Too Good To Go – die App, um Lebensmittel zu retten und zu genießen

FullSizeRender_2Seit einigen Monaten nutze ich mehr oder weniger regelmäßig die App Too Good To Go. Das Prinzip ist sowohl einfach wie auch genial. Viele Gastronomien, Bäckereien oder Lebensmittelhändler müssen jeden Tag Nahrungsmittel wegwerfen, weil sie sie am nächsten Tag nicht mehr verkaufen können. Hier setzt die App an und bringt die Unternehmen mit Kunden zusammen, die diese Reste kaufen möchten, obwohl sie eben nicht mehr superfrisch sind. Wie das genau funktioniert, erfahrt ihr in diesem Post – ich habe nämlich inzwischen einige der TGTG-Partner ausprobiert und verrate euch, ob ihr die App auch einmal testen solltet.

Too Good To Go ist inzwischen vor allem in vielen größeren Städten vertreten: Hamburg, Köln, Frankfurt, Berlin und München, aber eben auch in Paris, Kopenhagen, London oder Zürich. In Städten wie Bremen, Mönchengladbach, Stuttgart oder Wien ist das TGTG-Angebot dagegen noch, ich nenne es mal: ausbaufähig.
In Düsseldorf arbeitet TGTG mit einem wirklich tollen Team, unter anderem ist Peter dabei, der bis vor kurzem die abendtüte angeboten hat.

Um das Konzept noch einmal kurz zu erläutern: Die Geschäfte stellen die noch gute Essensreste zusammen, die sie nicht weiterverwenden können, und stellen sie mit Angabe einer Zeitspanne für die Abholung in das System von TGTG ein. Die Anzahl der Boxen können sie selber bestimmen – den Preis ebenfalls. Von jeder verkauften Box erhält TGTG eine Provision, die Verkäufer noch etwas Geld für Produkte, die sie sonst hätten wegwerfen müssen und die Kunden günstig eine Art Überraschungsbox. 

In Derendorf ist das TGTG-Angebot aktuell leider noch recht überschaubar. Daher fällt meine Wahl für meinen ersten Testkauf auf den Partner Little Corner auf der Rather Straße. In dem großen Kiosk gibt es verschiedene Convenience-Backwaren und belegte Brötchen, die zwischen 19 und 21 Uhr des gleichen Tages abgeholt werden müssen. Erscheint der Käufer nicht in der angegebenen Zeitspanne, verfällt der Kauf.

Ich wähle das Angebot auf der App aus, clicke auf den „Kaufen“-Button, bestätige die Zahlweise (die Kreditkarteninformationen habe ich vorher beim Anlegen meines Profils bereits hinterlegt) und schon ist mein Kauf getätigt.

Bis zum Abholtermin am Abend bin ich die einzige Bestellerin bei Little Corner, vielleicht fällt deshalb meine 2,50€-Box ziemlich reichhaltig aus. Ich sage dem sehr freundlichen, gut gelaunten Mitarbeiter Bescheid, dass ich die TGTG-Bestellung abholen möchte, zeige ihm den Kaufbeleg in App, er zeichnet ihn ab und schon geht es los.

FullSizeRenderDer Mitarbeiter nimmt sich Zeit für die Zusammenstellung der schließlich prall gefüllten TGTG-Tüte: zwei Donuts mit verschiedenen Glasuren, eine Nussecke, drei belegte Brötchen, eine Spinattasche und eine mediterrane Blätterteigschnecke. Ich bin baff und extrem froh, dass ich am nächsten Tag mit Freunden einen Ausflug geplant habe. Wie hätte ich das alles alleine essen sollen? Da wäre es mit der Lebensmittelrettung nicht weit her gewesen.

Ich bin so positiv überrascht, dass ich direkt weiter teste: Als nächstes bei der Bäckerei Hercules in Derendorf. Hier begeistert mich die Menge der Backwaren für 3,80 € noch mehr als bei meinem ersten Versuch. Mühsam quetsche ich einiges davon in meine Gefrierfächer, den Rest erhalten Rita von der Olive (die in der Zwischenzeit ja leider geschlossen hat) und meine Eltern, die ich zufällig am gleichen Wochenende besuche.

Nun habe ich richtig Spaß an dem Konzept gefunden: Lebensmittel vor der Mülltonne bewahren, dem Anbieter noch etwas Geld dafür sichern, selber natürlich auch ein wenig sparen und zugleich mit Lebensmitteln und Essen überrascht zu werden, das man im Normalfall vielleicht nie probiert hätte. So besteht zusätzlich die Möglichkeit, Neues zu entdecken, und ich muss sagen, das Prinzip „essbare Wundertüte“ gefällt mir richtig gut.

FullSizeRender_3Aber von Backwaren habe ich erst einmal genug. Mein nächster Testort ist eine Imbissbude. Während der Eröffnung der neu umgebauten Gemeinschaftslocation von Britische Biere und Crafters, der Düsseldorf Craft Beer Company (DCBC), plagt mich ein kleines Hüngerchen. Und so gehe bestelle ich mit einigen Freunden kurzerhand jeweils eine Box beim Roll Inn auf der Kölner Straße. Die Tüte soll nach der Beschreibung in der App „zum Beispiel Hähnchen oder Kalbfleisch vom Spieß, frisch mariniert, mit Salat enthalten“ können.

Wir warten kurz, bis die freundlichen Mitarbeiter unsere Portionen zusammengestellt haben. Jeder von uns erhält für 3,50€ eine Box, in der sich Dönerfleisch gemischt mit einer Art Tomatensauce und Pommes sowie ein leckerer frischer Salat befinden. Davon abgesehen, dass mir die Sauce etwas zu süß ist, schmeckt alles hervorragend.

Und auch Monate später bin ich weiterhin ein Fan von Too Good To Go. Mir persönlich fehlen zwar immer noch mehr teilnehmende Restaurants und Imbisse vor allem in der Derendorfer Gegend, aber es kommen kontinuierlich neue Partner hinzu. Seit etwa zwei Wochen etwa sind das indische Restaurant Kirti’s Dhaba, das ich schon immer gerne besucht habe, und das Hotel Weidenhof auf der Oststraße dabei.

Bei Kirti’s Dhaba erhalte ich für 3,80€ eine Box mit Reis, etwas Fladenbrot und zwei kleine Portionen von vegetarischen Gerichten, einmal auf Linsen basierendes und Palak Paneer, wenn ich mich nicht irre. So wie ich es von dem Restaurant gewohnt bin, schmeckt das Essen sehr gut.

IMG_0588Das Hotel Weidenhof bietet für 2€ Reste von seinem Frühstücksbuffet an. Hier bin ich von dem Angebot dahingehend etwas enttäuscht, dass vier kleine Croissants gut die Hälfte meiner Box ausmachen – und sie sind gegen Nachmittag natürlich schon etwas oder total trocken. Da freuen sich nur noch die Hühner, Tauben und Enten, die ich nicht habe. Und die so etwas wie Croissants vermutlich auch gar nicht gefüttert bekommen sollten. Egal. An der Qualität der anderen Backwaren gibt es aber nichts auszusetzen. Davon abgesehen kann beim nächsten Mal auch etwas vollkommen anderes in der Box enthalten sein. Von daher ist es nicht ausgeschlossen, dass ich das Angebot des Hotels noch einmal teste. Außerdem werde ich von der netten Mitarbeiterin sehr freundlich begrüßt.

Das ist etwas, was nicht bei allen Partnern selbstverständlich ist. Zwar ist eindeutig der Großteil freundlich, aber bei einem werde ich bei meinen relativ regelmäßigen zumindest subjektiv gefühlt immer etwas kritisch beäugt. Bei einem anderen gibt es zuerst eine kleinere Verwirrung, weil Mitarbeiter nicht Bescheid wissen(ich wundere mich immer wieder, wieso Informationsfluss in so kleinen Betrieben genauso schwierig zu sein scheint wie in Großkonzernen), und nach einem freundlichen Lächeln suche ich bei allen Mitarbeitern vergebens – schade, vor allem, da ich als „regulärer“ Kunde dort immer sehr freundlich begrüßt werde.

Aber das ist Jammern auf höchstem Niveau. Auch die App hakt aktuell an der einen oder anderen Stelle noch – versucht mal, nach der Stadt Essen zu suchen, das ist etwa so erfolgreich, wie die Googlesuche. Das Ausblenden von bereits ausverkauften Angeboten funktioniert gar leider nicht. Da aber auch die App immer weiter entwickelt wird, gehe ich davon aus, dass diese Kleinigkeiten früher oder später behoben sind.

All das ist aber wie gesagt definitiv kein Grund für mich, das tolle Angebot von TGTG nicht mehr zu nutzen. Und um das eingangs gegebene Versprechen einzuhalten: Auch für euch sollte das nicht ausschlaggebend sein. Ich empfehle euch unbedingt, die App auf jeden Fall bei ein oder zwei Partnern zu nutzen und ihr werdet vermutlich etwa ebenso viel Vergnügen an dem Angebot finden wie ich.

Um es also kurz zu machen: Mit so tollen Partnern wie den oben erwähnten rette ich gerne Essen – und es würde mich freuen, wenn nicht nur mehr Gastronomiepartner, sondern auch Lebensmittelmärkte dabei mitmachen würden. Dann würde sich übrigens das „Problem“ containern für die Händler ebenfalls erledigt haben.

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