Düsseldorf Museum Kunstpalast Jean Tinguely Super Meta Maxi Grosse Méta-Maxi-Maxi-Utopia

Aktuelle Düsseldorfer Ausstellungen – Horst, Henkel und Co.

Düsseldorf Museum NRW-Forum Horst P. HorstÜber die Feiertage hatte ich endlich einmal wieder Zeit, in dem einen oder anderen Düsseldorfer Museum eine Runde zu drehen. Dank der Art:card kann ich auch nur für wenige Minuten einen Blick in eine Ausstellung werfen. Wenn ich nicht allzu viel Zeit habe, nutze ich diese Möglichkeit gerne, um zu entscheiden, ob ich mir eine Ausstellung zu einem anderen Zeitpunkt noch einmal in Ruhe anschauen möchte.
In einigen Museen bleibe ich direkt länger, wenn ich weiß, dass die Ausstellung bald beendet ist, aus anderen flüchte ich, wenn es mir zu voll ist. So in etwa war es auch am vergangenen Wochenende. Da ich es geschafft habe, fünf Museen mehr oder weniger lang zu besuchen, habe ich hier ein paar Empfehlungen für euch.

Nur noch bis kommenden Sonntag, 22. Mai, könnt ihr im NRW-Forum die Ausstellung von Horst P. Horst „Horst – Photographer of Style“ besuchen. Die vom Londoner Victoria and Albert Museum kuratierte Retrospektive ist in Deutschland ausschließlich in Düsseldorf zu sehen.

Der vor allem für seine Modefotografie bekannte Horst setzte Licht meisterhaft ein, um seine Modelle perfekt zu inszenieren und sie geradezu göttinnengleich zu überhöhen. Wie wunderbar ihm das gelungen ist, könnt ihr anhand etwa 250 fotografischer Werke aus 60 Jahren seines Schaffens nachvollziehen. Eine Ausstellung, die ihr euch unbedingt noch anschauen solltet.

Düsseldorf Kunstpalast Jean Tinguely. Super Meta Maxi Mengele TotentanzIm Museum Kunstpalast ist noch bis zum 14. August die Ausstellung „Jean Tinguely. Super-Meta-Maxi“ zu sehen. Ein Highlight ist „Grosse Méta-Maxi-Maxi-Utopia“, eine 17 Meter große, begehbare Skulptur, die ich absolut faszinierend fand. Aber wirklich berührt hat mich vor allem der „Mengele-Totentanz“.
Besonders auffällig war, dass sehr viele Familien die Ausstellung besuchten. An sich ist das kein Wunder, beinhalten die Maschinen-Plastiken des 1991 verstorbenen Schweizers doch auch immer spielerische Aspekte. Allerdings muss ich gestehen, dass ich aufgrund der extremen Menschenmassen, die sich im Gebäude befanden, schnell wieder das Weite gesucht habe. Aber ich konnte mir genug Überblick verschaffen, um mit Sicherheit sagen zu können, dass ich wiederkomme. Ganz sicher jedoch nicht an einem Feiertag…

In der Kunsthalle ist noch bis zum 26. Juni „Gesellschaft“ der Rektorin der Düsseldorfer Kunstakademie, Rita McBride, zu sehen – übrigens ihre erste Einzelausstellung. Ich habe mir bereits bei der Nacht der Museen einen Einblick verschaffen können. Ihre oft raumfüllenden Installationen sind auch hier ein Thema. So stellt die Kunsthalle etwa die „Arena“, die an eine Tankstellen erinnernde „Service Station“ und den Bienenwaben ähnelnden „Hexelerator“ der Bildhauerin und Installationskünstlerin aus. In ihren Werken behandelt die Künstlerin sozio-kulturelle Aspekte und verbindet diese mit industriellem Design und moderner Architektur.

Auf diese Werke muss man sich einlassen. Bei einer solchen Ausstellung ist es natürlich wenig sinnvoll, mal eben „die Nase“ in die Räume zu strecken und dann wieder zu gehen. Allerdings kann ich mir auch vorstellen, dass eben genau deswegen die Ausstellung nicht jedem gefällt. Ich halte sie aber für sehenswert und empfehle sie gerne weiter, wenn ihr diese Art von Kunst mögt.

Düsseldorf KIT Kunst im Tunnel Museum Mary & der Vulkan. Eine Meteorologische PhantasmagorieObwohl ich die Räumlichkeiten und die besondere Atmosphäre immer wieder aufs Neue wunderbar finde, werde ich mit den Ausstellungen im KIT – Kunst im Tunnel nie auf Anhieb so richtig warm. Vermutlich sind sie dann doch zu künstlerisch-intellektuell für mich oder verlangen eine zu tiefgehende Auseinandersetzung mit den Werken beziehungsweise der Ausstellung. Einzelne Stücke fesseln mich zwar jedes Mal sofort, die Ausstellungen in ihrer Gesamtheit sind dann jedoch etwas sperriger, auch wenn ich durchaus grundsätzlich verstehen kann, was sie vermitteln sollen. Ich möchte an dieser Stelle betonen, dass das keine Wertung der Qualität der Ausstellungen darstellt, sondern lediglich verdeutlichen soll, dass ich hier scheinbar an meine Grenzen stoße, wenn es darum geht, Kunst (vergleichsweise einfach und schnell) zu erfassen.

So ähnlich ging es mir auch bei der aktuellen Ausstellung „Mary & der Vulkan. Eine Meteorologische Phantasmagorie„, die noch bis zum 14. August zu sehen ist. Deswegen empfehle ich unbedingt, vorher die kleine Einführung auf der Webseite zu lesen oder sich durch die ein wenig verwirrend aufgebaute Übersichtskarte mit Erklärungen zu wühlen, die man von einem freundlichen Mitarbeiter am Eingang des Museums erhält.

Düsseldorf K20 Museum Dominique Gonzalez Foerster 1887 - 2058Das K20 zeigt noch bis zum 7. August eine Retrospektive von Dominique Gonzalez-Foersters Schaffen der letzten 25 Jahre.  Vermutlich findet ebenfalls nicht jeder zu der Ausstellung „1887 – 2058“ direkt einen Zugang – zumindest mich hat sie aber von Anfang an fasziniert.
Vielleicht lag es an den 15 labyrinthähnlich angelegten Räumen, zwischen denen sich die Besucher bewegen. Vielleicht an der klaren Präsentation der rund 30 Werke. Ich mag es, wenn Kunstwerke respektive Ausstellungen bei mir immer wieder neue Gefühle hervorrufen, mich verwirren, nachdenklich machen, ein wenig ängstigen oder auch zum Lachen bringen. Die Ausstellung vom Gonzalez-Foersters hat ein solches Wechselbad der Gefühle bei mir auslösen können. Sicherlich wird sie nicht auf jeden Besucher eine vergleichbare Wirkung haben, ist aber meiner Meinung nach auf jeden Fall einen Besuch wert, wenn man bereit ist, sich auf die Räume und ihre unterschiedlichen Charaktere einzulassen.

Die Ausstellung wird zusammen mit dem Centre Georges Pompidou in Paris umgesetzt. Dort war die Ausstellung bereits zu sehen. Jedoch ohne einen der faszinierendsten Räume, die Installation K.2066 in der Grabbe Halle. Dort hat die Künstlerin ausgehend von dem Szenario, dass aufgrund unablässigen Regens Skulpturen seltsamerweise zu monumentaler Größe heranzuwachsen beginnen, einen Schutzraum eingerichtet. Dort sollen sowohl die Skulpturen vor weiterem Wachstum bewahrt werden, als auch Menschen Schutz finden und sich auf den Stockbetten niederlassen können. Die Installation besteht aus 40 Etagenbetten, 100 Büchern (unbedingt genauer anschauen) und vergrößerten Nachbildungen von sechs Skulpturen unter anderem von Henry Moore und Katharina Fritsch.

Mir persönlich haben außerdem noch 1887, 1927, 1985, 1996 und 2007 besonders gut gefallen. Ich bin gespannt, was eure Favoriten sind.

Übrigens: Wenn ihr schon im K20 seid, solltet ihr euch neben der wirklich hervorragenden Sammlung auch „Henkel – Die Kunstsammlung“ nicht entgehen lassen, die bis zum 14. August zu sehen ist. Ich konnte während der gesamten Zeit meines Besuchs nicht aufhören, daran zu denken, dass die Henkel-Mitarbeiter das große Privileg haben, inmitten solcher Kunstwerke zu arbeiten. Ob ich wohl mal eine Bewerbung schreiben sollte…?

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