Fish Art

Street Food Festival – Gutes kann so einfach sein

Street Food Festival Düsseldorf„Ich wusste gar nicht, dass die Deutschen so gerne essen.“ Meine Freundin aus Malaysia ist erstaunt. Ehrlich gesagt bin ich es auch. Zumindest ein wenig. Denn vor dem Boui Boui in Bilk stehen Menschen in einer etwa hundert Meter langen Schlange. Jedenfalls scheint sie auf dem Foto, dass einer meiner Freunde auf Facebook postet, ungefähr so lang zu sein, vermutlich ist sie länger. Mein Freund hat sich die zwei Euro Eintritt und vermutlich etwa eine Stunde Wartezeit gespart, kehrt gemacht und ist wieder nach Hause gegangen. Aber wir waren die Ersten in der Schlange und sind bereits seit einer Weile beim ersten Street Food Festival in Düsseldorf.

Seit 12 Uhr strömen hungrige Düsseldorfer und Besucher aus umliegenden Städten – es gibt sogar das Gerücht, dass Kölner vorbeigekommen sein sollen – auf das Gelände an der Suitbertusstraße, auf dem das Street Food Festival stattfindet. Etliche Größen der lokalen Food-Szene wie zum Beispiel Koch dich Türkisch, Ăn Bánh Mì, Magic Garden Supper Club, Abendtüte und Karmakitchen bieten ihre Köstlichkeiten an. Sieben der 36 Teilnehmer sind gar extra aus Berlin angereist.

Comptoir du CidreDiese Mühe muss belohnt werden. Schnell stellen wir uns bei Comptoir du Cidre an. Hier gibt es aufgeschnittenes Rindersteak, das 24 Stunden in Cidre eingelegt, elf Stunden mit der Sous-Vide-Methode gegart wurde und schließlich auf Kartoffelbrot mit karamellisierten Zwiebeln und Senfkörnern serviert wird. Für fünf Euro erhalten wir jeweils eine Scheibe der kleinen Köstlichkeit. Und sie ist jeden Cent wert. Zartes Fleisch, das fast sofort auf der Zunge zerfällt, süße und saure Nuancen – was für eine Geschmacksexplosion! So etwas hätte ich gerne häufiger. Ich muss dringend mal wieder nach Berlin. Vielleicht suche ich mir auch der Einfachheit halber direkt eine Wohnung neben Comptoir du Cidre.

So viel sei an dieser Stelle verraten: Geschmacklich kann keiner der Teilnehmer dieses Erlebnis überbieten. Trotzdem genießen wir das Angebot. Mit einem der The Ol’Spice Boyz tauscht meine Begleitung Erfahrungen zu dem von ihnen angebotenen Malay Curry Laska aus. Dabei erzählt sie betrübt, dass sie noch nie etwas wirklich Scharfes in Deutschland gegessen habe.

Kurzerhand wird ihr die für diesen Anlass erstmals selbstgemachte Chilisauce empfohlen. Und tatsächlich: Sie erntet ein anerkennendes Nicken. Meine Freundin ist so begeistert, dass sie sich nach dem Rezept erkundigt und es auch prompt erhält. Allein dafür hat sich der Besuch gelohnt.

Magic Garden Supper ClubWir schlendern durch die alte Fabrikhalle, probieren sehr leckeres Gemüse-Ragout mit Zwiebel-Rösti-Bällchen und Rotkohl-Salat beim Magic Garden Supper Club, nicht minder köstliches Pulled Pork Sandwich mit zwölf Stunden lang geschmortem Fleisch, hausgemachter Barbecue Sauce, Coleslaw und von lokalem Bäcker gebackenem Bun bei Buns & Sons, und und und … Aber auf einmal ist es soweit: Nichts geht mehr. Wir sind glücklich und pappsatt. Dennoch sind wir noch immer neugierig auf mehr.

Aller Appetit hilft nichts. Fish Art, Fräulein Kimchi, The Tasty Pasty Company, Silvernugget und all die anderen wunderbaren Teilnehmer müssen warten. Bis zum nächsten Street Food Festival in Düsseldorf. Oder dem in Köln. Ich freue mich schon. Allerdings nicht auf das Anstehen. Aber gutes Essen ist ein wenig Wartezeit wert. Eigentlich immer. Egal wo. Auch in Deutschland.

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