Summer of Supper: Festival der Supper Clubs in Köln

Köln Summer of Supper Club KarmakitchenSommerzeit ist für Supper Clubs die sprichwörtliche Saure-Gurken-Zeit. Schließlich möchte der Großteil sowohl der Gastgeber als auch der Gäste den Sommer genießen und in Urlaub fahren. Also finden kaum Termine statt. Aber in London hat man 2012 einen Weg gefunden, um diese Zeit etwas zu verkürzen und sich mit geballter Supper Club-Power in die Sommerpause zu verabschieden: Supperclub Summit. Einige Supper Clubs schlossen sich zusammen und veranstalteten eine Art vierwöchiges Festival. Während dieses Zeitraums konnte jeder Supper Club an einem Termin seine Gäste in den Räumlichkeiten des Goethe-Instituts bewirten. Soweit ich weiß, war das eine einmalige Sache. Aber trotzdem ist es kein Grund, diese Veranstaltung nicht als Vorbild zu nehmen. In Köln gibt es noch bis Anfang September die rheinische Variante dieses Supper Club-Festivals.

Beim Summer of Supper sind bis zum 1. September noch vier Termine im Marieneck in Ehrenfeld angesetzt. Drei haben bereits (nicht vollständig ausgebucht) stattgefunden. Neben den vegetarischen Köstlichkeiten meines Lieblings-Supper Clubs Magic Garden Supper Club gab es ein zweites Gastspiel von Düsseldorfern. Martin Svitek, einer der Gründer des ersten und inzwischen eingestellten Supper Clubs der Landeshauptstadt, Rebelote, war mit seinem neuen Supper Club in Köln. Mit seinem Karmakitchen Supper Club-Team servierte er dort als „Zu Tisch, Dorf“ veganes Essen.

Mal etwas anderes. Außerdem eine Chance, endlich einmal wieder mit einer vegan lebenden Freundin einen gemütlichen Abend im Restaurant zu verbringen – etwas, das sonst immer mit einigen Herausforderungen verbunden ist. Leider ist ihr erster Supper Club kein Supper Club im eigentlichen Sinne: Eine größere Gruppe hat fast alle Plätze gebucht und auch die beiden kleinen Nachbargruppen haben erkennbar kein Interesse außerhalb ihrer Gruppe zu kommunizieren. Schade, denn gerade das macht nach meiner Ansicht den Reiz eines Supper Clubs aus.

Köln Summer of Supper Club KarmakitchenGlücklicherweise ist das der einzige Wermutstropfen. Da wir uns längere Zeit nicht gesehen haben, haben wir viel zu bereden und vermissen die Anregung von außen nicht. Und das Essen…, das Essen ist köstlich. Wir starten mit „blumenkohl | oliven | rettich“. Grob gehackter Rettich und Blumenkohl mit Olivenöl abgerundet und mit einer kleinen essbaren Nelke gekrönt. Knackig, etwas würzig und trotzdem frisch. Lecker, lautet das Urteil meiner Begleitung und mir. Irgendwie erinnert mich das Ganze ein wenig an Risotto. Und außerdem sieht es auch noch hübsch aus.

Bunt und hübsch geht es weiter: „bunte beete | nuss“. Rote Beete ist seit einigen Jahren in deutschen Küchen ein absoluter Trend und ich weiß nicht, wie häufig ich in den letzten Jahren Rote Beete-Carpaccio gegessen habe. Und immer war es lecker. Abgerundet mit Pesto und kleinen Nüssen (leider weiß ich nicht, welche Art Nüsse es sich gehandelt hat, wir kannten sie jedenfalls nicht) ist auch dieser Gang ein Gaumen- und Augenschmaus.

Köln Summer of Supper Club KarmakitchenEs folgt der Gang, auf den ich am meisten gespannt bin. „erdbeere | olive | gurke“ erinnert auf den ersten Blick an Spaghetti mit Tomatensauce. In der Tat sind es aber aus Gurken geschnittene Spaghetti, die in einer Soße aus Erdbeeren zu einem kleinen Nest gedreht wurden.
Das perfekte Essen für diesen heißen Sommerabend. Einige Basilikumblätter und klein geschnittene schwarze Oliven runden diesen Gang geschmacklich ganz wunderbar ab. Wir seufzen begeistert vor uns hin. Fast noch begeisterter sind wir aber darüber, dass wir es schaffen, den Verzehr dieses Ganges bewältigen zu können, ohne uns mit Erdbeersauce zu bekleckern.

Köln Summer of Supper Club KarmakitchenEs folgt der einzige warme Gang des Abends: „zitrone | erbse“ ist hübsch anzuschauen – und übersichtlich. Ich befürchte, im Anschluss noch einen vegetarischen Döner bei Arslan essen zu müssen. Vier Ravioli sind ansprechend auf dem Teller drapiert, darauf liegt ein kleines Bällchen veganer Frischkäse mit Zitronenflocken umhüllt. Rosa Pfefferkörner und Kräuter geben dem Ganzen das besondere Etwas. Leider schmilzt das kleine Bällchen nicht. Macht nichts, ich schiebe es einfach eine Weile über den Ravioli hin und her und schon verteilt sich der Frischkäse über die kleinen Köstlichkeiten. Zusammen mit dem Erbspüree entwickelt diese Mischung im Mund eine herrliche Geschmacksexplosion. Martin sagt uns später, er habe eigentlich fünf Ravioli auf den Teller legen wollen, habe aber vier optisch ansprechender gefunden. In jedem Koch steckt eben auch ein anspruchsvoller Künstler.

Köln Summer of Supper Club KarmakitchenNun steht nur noch mein Lieblingsgang auf der Karte, das Dessert. Geht das schief, kann das Essen zuvor noch so gut gewesen sein – das Essen bleibt dann leider selten als ein wirklich umwerfendes Erlebnis in Erinnerung. Wir warten also gespannt auf „avocado | beere“. Und reiben uns überrascht die Augen als der Nachtisch serviert wird. Von Schokolade stand nichts auf der Karte. Tatsächlich ist es aber wirklich Avocadocreme, aber mit Schokopulver vermischt. Ein leichter Schokoladengeschmack ist zu erkennen, aber die Avocado dominiert den letzten Gang. So behält die Creme den Avocadocharakter, schmeckt aber tatsächlich irgendwie nach einer Creme aus Bitterschokolade, wenn man die dazu servierten Beeren mit ihr zusammen isst.

Unglaublich. Unglaublich lecker. Unglaublich sättigend. Also nix mit Arslan. Gott sei Dank! Das hätte diesen tollen Abend doch irgendwie zerstört. Übrigens habe ich zum vorletzten Gang „pure love“, einen 2013er Riesling feinherb, getrunken. Ein veganer Wein, der perfekt zu der zitronigen Note des Essens passt und ein toller Tipp von Martin. Zum Nachtisch wollte ich eigentlich den 2009er Muscadelle Plageoles trinken, von dem ich einen Schluck probiert hatte und den ich umwerfend gut fand. Leider wurde ich vergessen, bekam aber einen recht ähnlich, aber noch etwas besser schmeckenden Wein – dessen Namen ich mir natürlich nicht aufgeschrieben habe. Vielleicht kann Martin mir den Namen ja noch nachreichen.

Jedenfalls verlassen wir das Marieneck satt, gut gelaunt und sehr zufrieden. Ich freue mich schon darauf, wenn Martins Karmakitchen in Düsseldorf zu Supper Clubs einlädt. Ein veganer Supper Club fehlt der Stadt nämlich noch (einer mit gut zubereiteten Fleisch und/oder Fisch aber übrigens auch). Ich werde sicher ab und zu dort vorbeischauen – und meine Begleitung vielleicht sogar noch häufiger.

Folgende Summer of Supper Termine finden noch im Marieneck statt, sind aber inzwischen leider alle ausverkauft (Gibt es bei Supper Club Festivals eigentlich auch Zugaben? Das könnte sich in diesem Fall lohnen.):

  • 25. Juli: Ceci n’est pas un restaurant (ausverkauft)
  • 26. und 27. Juli: South London Food and Drinks Collective (ausverkauft)
  • 1. August: Kappesclub ft. Pastasciutta (ausverkauft)

 

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s