Lieblingsgerichte im Wandel der Zeit

Düsseldorf Clube Portuguêse Restaurant RiesengambasAls ich dazu aufrief, an der Blogparade zum Lieblingsgericht teilzunehmen, war mir eines schon von vornherein klar: Ich habe gar kein Lieblingsgericht. Ich habe Lieblingsgerichte. Und diese haben sich im Laufe meines Lebens immer wieder geändert. Aber trotzdem habe ich für die meisten auch heute noch zumindest eine gewisse Vorliebe. Das Beste ist aber: Es kommen immer wieder neue hinzu.

In meiner Kindheit habe ich die „Ringelnudeln“ mit Dosengulasch geliebt, die bei meiner Omma jeden Samstag auf den Tisch kamen. Nichts wirklich Tolles, aber vermutlich auch weil die Nudeln nicht in Soße ertranken, immer das Highlight meiner Woche. Aufgewärmt schmeckten sie übrigens noch viel besser. Manchmal habe ich die wenigen Reste dann abends während „Wetten dass…“, „Einer wird gewinnen“ oder „Die verflixte Sieben“ vor dem Fernseher aufgegessen. Als meine Großmutter starb, habe ich eine Gulaschdose aus ihrer Vorratskammer „geerbt“. Bis heute habe ich sie nicht geöffnet.

Aber auch die Fischstäbchen mit Salzkartoffeln, Senfsauce und Endiviensalat, die sie freitags servierte, waren eine zeitlang ein Lieblingsgericht. Bis heute verabscheue ich Salzkartoffeln geradezu. Ich kann mir kaum etwas Langweiligeres vorstellen. Aber mit der selbstgemachten Senfsauce zerknetscht waren sie nicht nur genießbar, sondern wirklich lecker. Zu Fischstäbchen muss ich sicher nichts sagen. Um den Endiviensalat habe ich mich immer gedrückt, sofern die Chance bestand. Von grünen Salaten halte ich auch heute noch möglichst viel Abstand.

Als ich etwa elf, zwölf Jahre alt war, habe ich im Frankreichurlaub meine Vorliebe für Artischocken entdeckt. Trotz der unglaublichen Schweinerei, die das Essen der Blätter mit sich brachte, habe ich genau diese in Kombination mit der selbstgemachten Aioli meines Vaters sehr gerne gegessen. Den Boden mochte ich damals nicht so sehr. Heute ist das fast andersherum. Mit eingelegten Artischocken kann man mich aber immer noch ködern.

Unna Seventy 6 Burger ImbissGrundsätzlich wurde und wird in unserer Familie viel – zu viel – Fleisch gegessen. Ich hatte jahrzehntelang eine große Schwäche für gute Steaks – und habe es auch heute immer noch ein wenig. Möglichst zwischen medium und englisch, mit einer Portion Pommes und inzwischen auch gerne Gemüse. Burger habe ich hingegen nicht gerne gegessen. Damals bedeuteten Burger allerdings meist noch „McDonalds-Fraß“ und damit kann ich bis heute nicht besonders viel anfangen. Als man dann fast überall frische und gute Burger kaufen konnte, bin ich im „höheren“ Alter doch noch auf den Geschmack gekommen.

Da ich gebürtige Niederrheinerin bin, war Mett auch als Kind schon Teil meines Speiseplans. Natürlich gab es das nicht besonders häufig und meist nur in den kälteren Monaten. Gerade zu Karneval, beim Schützenfest oder auf den Geburtstagsfeiern meiner Eltern. Obwohl ich inzwischen versuche, möglichst kein Fleisch zu essen, fällt es mir heute noch recht schwer, ein leckeres, gut gewürztes Mettbrötchen mit Zwiebeln liegenzulassen.

Apropos Brötchen: Garnelen, Gambas und ähnliches esse ich ebenfalls schon einige Jahrzehnte sehr gerne. Angefangen hat das wohl mit den Nordseekrabben, die ich im Holland-Urlaub zusammen mit meinen Eltern gepult und dann direkt frisch verspeist habe. Krabbenbrötchen sind noch heute mein Kryptonit.

Ein „Gericht“, das ich erst in den letzten Jahren gerne esse, ist gebackener Schafskäse. Ich bereite ihn gerne in einer Schale im Ofen dünn bestrichen mit etwas Marmelade, Balsamicocreme, Peperoni, Cherrytomaten, ein paar Kapern und Chiliflocken zu. Dazu eine Scheibe Brot oder ein Brötchen, fertig ist das schnelle Abendessen.

Bestimmt habe ich jetzt ganz viel vergessen: Brokkoli, Rosenkohl, Pastinaken, Kürbis und anderes Gemüse, das ich unterschiedlich zubereitet gerade in den letzten Jahren zu schätzen gelernt habe. Grüner Spargel, den ich im Gegensatz zu früher wesentlich leckerer finde als weißen Spargel. Einige Gerichte, die meine Mutter und mein Vater immer wieder auf den Tisch gebracht haben, wie etwa das leckere Brathähnchen, die Apfelpfannkuchen oder die Pfannkuchen mit Speck und Feldsalat von meiner Mutter.

Von den süßen Sachen wie dem Grießbrei meiner Omma, ihren Quarkkeulchen, ihrem Rhabarberkuchen, dem wunderbaren Kirschstreuselkuchen, dem Apfelkompott meiner Mutter und anderem fange ich lieber gar nicht erst an. Und eigentlich gehören die meisten süßen Sachen auch eher in eine andere Kategorie als in die des „Lieblingsgerichtes“.

Bochum Wattenscheid SushigardenNatürlich habe ich auch Lieblingsgerichte, die ich nur oder vor allem in bestimmten Restaurants esse. Das ist mir richtig klar geworden, als ich die Beiträge zu Zeulenroda und zur Blogparade Heimat geschrieben habe. Vor etwa 15 Jahren bin ich auf den Sushi-Geschmack gekommen und manchmal träume ich von dem köstlichen Sushi aus dem Sushi Garden in Bochum-Wattenscheid. Ironie des Schicksals, dass ich jetzt in Düsseldorf wohne, wo die drittgrößte japanische Gemeinde Europas angesiedelt ist, und hier noch kein so gutes Sushi gefunden habe.

Ich könnte ewig so weitermachen. Mir würde sicher immer wieder etwas einfallen. Hach, die Leberknödel, die es in den pfälzischen Straußwirtschaften gibt, Szegediner Gulsch mit Böhmischen Knödeln in Thüringen, gutes asiatisches Essen im Düsseldorfer Little Tokyo… Die Liste würde auf jeden Fall sehr lang werden. Ich bin gespannt, welche Lieblingsgerichte mich in den kommenden Jahren noch erwarten, welchen ich treu bleibe und welche ich vielleicht wiederentdecke. Zusammengefasst kann ich aber bereits heute eines mit Sicherheit sagen: Gutes Essen ist einfach wunderbar.

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