Trends 2014 für Urlaub und Essen

Trendforschung ist ein spannender Bereich – und amüsant, denn oftmals liegen Trendforscher und Experten auch unglaublich daneben. Aber manche Prognosen trafen tatsächlich ein – viele davon wurden in der Science Fiction-Literatur vorweggenommen. Diese Dimensionen und Bereiche überlasse ich gerne anderen. Trotzdem möchte ich mich in einer Trendprognose 2014 für Reisen und Essen versuchen.

Das Blog Trends der Zukunft hat zur Blogparade zum Thema Trends aufgerufen und möchte wissen, welche Trends uns 2014 wohl am meisten beeinflussen werden. Aus meiner Sicht werden das Individualisierungstendenzen sein, die aber klar von sozialen Aspekten geprägt sind. Wie bitte? fragt ihr euch jetzt vermutlich. Konkret meine ich damit im Bereich Reisen und Touristik, dass es den typischen Pauschalreisenden wohl immer weniger geben wird. Die Reisenden verlangen zunehmend nach einem individuellen Erlebnis, das aber durchaus ökologisch und sozial sein soll.

Dabei verschmelzen die bisher typischen Backpacker-Reisen mit denen der „neuen“ Individual-Reisenden: Fahrten mit den typischen Transportmitteln der Einheimischen, Unterkünfte, die zwar nicht ohne Komfort, aber dennoch vom Einheitsbrei der westlichen Hotelketten weit entfernt sind – möglichst mit Betreibern, durch die man einen Einblick in das Leben der Einheimischen bekommt – und Essen, das gerne ein wenig exotischer sein darf, auch wenn hier der Experimentierfreude der meisten Deutschen sicher immer noch einige Grenzen gesteckt sind. Extrem Ausgefallenes wie lebende Tiere, Ratten-, Hunde-, Katzenfleisch und ähnliches werden die meisten sicher nicht anrühren. Muss man ja auch nicht um jeden Preis.

Kuba Havanna Casa Mary y Miguel Foodblog Food Foodblogger Travelblog Travel Blogger Urlaub Reiseblog Reise BloggerIm Kommen für den „normalen“ und „mainstreamigen“ Reisenden sind also bisherige Nischenangebote wie Privatunterkünfte, zum Beispiel Casas Particulares in Kuba oder Vermittlungsplattformen wie Airbnb, Wimdu, 9flats und Gloveler in den westlichen Ländern – wie lange auch immer letztere noch erlaubt sein werden – Couchsurfen, ein oder zwei Übernachtungen im Dschungel bei Dorfbewohnern oder vielleicht einmal irgendwo in der Welt wwoofen. Die Touristen verlassen zunehmend ihre Komfortzone, um ein individuelles Erlebnis zu haben, dennoch sollte es möglichst günstig und ökologisch verantwortungsbewusst sein. Da darf auch die eine oder andere Fahrt auf einem Lkw, eine Rundreise mit dem Fahrrad oder auch mit einem einfachen Zug oder Bus nicht fehlen. Nicht ohne Grund erleben noch recht ursprüngliche Länder wie Laos, Myanmar, Bhutan oder das (vermutlich) untergehende sozialistische Kuba einen Besucheransturm.

Zu diesem vom bisherigen Pauschaltourismus abweichenden Urlaub gehört auch, sich den Gebräuchen und dem Essen des Gastlandes zu öffnen. Doch in allen Bereichen gibt es noch Grenzen. Offenheit, um Indiviudalität zu demonstrieren und zu Hause über das „eine, besondere“ Erlebnis berichten zu können, ist in Ordnung, aber diese Offenheit muss ja nicht übertrieben werden. Gleichzeitig sind Urlauber aber auch bereit, mehr Geld für besondere und luxuriöse Erlebnisse auszugeben. Und Reiseanbieter werden zunehmend auf diese recht unterschiedlichen Anforderungen reagieren (müssen).

Beim Essen sieht es ähnlich aus: Es wird wieder vermehrt gekocht und dabei das vermeintlich individuelle Erlebnis gesucht. Aus Gründen des Verantwortungsbewusstseins – und sicher auch, weil es zunehmend „chic“ ist – hauptsächlich mit gesunden, regionalen Zutaten und Bio-Produkten, gerne auch aus dem eigenen (Klein-)Garten. Dieser Trend der vergangenen Jahre wird sich weiter verstärken. Zusätzlich zum Vegetarismus spielt nun auch die vegane Ernährung für Verbraucher und damit auch für Restaurants, Lebensmittelanbieter und -hersteller eine immer wichtigere Rolle.

Auf vegetarische und vegane Speisen spezialisierte Restaurants werden ebenso stark wachsen wie themenbezogene Event- und Systemgastronomie. Aber gleichzeitig erleben auch die kleinen individuellen Bistros, Cafés und Restaurants dank der den immer gleichen Ketten müden Gästen einen Aufschwung. Deshalb geht der Trend auch zu Supper Clubs oder anderen Events, bei denen im privaten Rahmen zusammen gegessen und/oder gekocht wird. Zusätzlich ist auch hier ein Trend zum besonderen Luxus zu erkennen: Für hochwertiges und außergewöhnliches Essen geben die Verbraucher auch einmal mehr Geld aus. Wichtig ist aber ebenfalls der Service. Schließlich wird der Restaurantbesuch immer mehr zur kleinen Auszeit, zum Miniurlaub vom Alltag, da ist kein Platz für Unfreundlichkeit oder Ärger.

Düsseldorf Britische Biere Bierwelt OberbilkBesondere Getränke werden auch 2014 stärker nachgefragt. Nach Whisky und Bieren erhalten nun Gin und Rum die verstärkte Aufmerksamkeit der Konsumenten. Trotzdem sind die Bier- und Whiskyfreunde weiter auf der Suche nach dem Besonderen und geben dafür gerne einige Euro mehr aus. Das verstehen nun auch endlich Gastronomen, die diesen Bereich bisher vernachlässigt haben. Deshalb werden außergewöhnliche, hochwertige und deshalb auch teurere Biere und Whiskys zunehmend in Restaurants und Bars angeboten.

Meine Trend für 2014 in den Bereichen Reisen und Lebensmittel auf den Punkt gebracht: Ursprünglichkeit, (vermeintliche) Individualität, Außergewöhnliches, Regionales und der große Luxus. Warten wir ab, ob ich bei allem recht behalte.

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