Oh, du fröhliche – die Metro Backherausforderung

P1110697Um Missverständnissen vorzubeugen: Das hier ist kein Foodblog. Ich kann zwar kochen, nach meiner Ansicht auf einem normalen Niveau, aber noch lieber esse ich. Und deshalb bevorzuge ich es, über Essen, Reisen und alles, was sonst noch mit Genuss zusammenhängt, zu schreiben. Ab und zu landet mal ein Betrag mit Rezept im Blog, aber dann geht es meist auch um die „Hintergrundstory“, oft ist diese sogar vorrangig.

Doch als Carmen vom Metro Genussblog fragte, ob ich Lust hätte, an einer der „Herausforderungen“ des Blogs teilzunehmen, sagte ich spontan zu. Obwohl es kurz vor Weihnachten war. Obwohl ich eher aus Resten aus dem Kühlschrank etwas zaubern kann, als aus vorgegebenen Zutaten. Und genau das war die Aufgabe: aus den kostenlos von der Metro zur Verfügung gestellten Zutaten Olivenöl, Vollkornmehl, Rohrzucker, Marzipan-Rohmasse, Espressocreme, violettem Senf aus Trauben, Saltletts, gesalzener Butter, Faisselle Rians (eine Art Mittelding von Quark, Joghurt und Frischkäse), Vache de Chalais (wunderbarer Weichkäse aus Kuhmilch), Mangopüree und Cranberries etwas Leckeres herstellen – im Ofen. Also eine Backherausforderung. Alle Zutaten müssen irgendwie genutzt, dürfen aber beliebig ergänzt werden.

Kurz vor Weihnachten hole ich die Zutaten in der Neusser Metro ab. Der sehr nette Mitarbeiter überreicht sie mir mit einem Grinsen und sagt, da Weihnachten sei, bekäme ich den Einkaufskorb geschenkt. Sehr schön, so ein Ding habe ich in der Tat noch nicht. Ich mache mich mit meinem Korb auf den Weg nach Hause und schaue mir meine „Beute“ dort etwas genauer an. Oh je, das ist dann doch etwas anderes, als aus Kühlschrankresten etwas für den aktuellen Appetit zu kochen.
Da ich mein Vater eindeutig mit Abstand der beste Koch der Familie ist, bitte ich ihn um ein paar Rezeptvorschläge. Die Vorgabe, backen zu müssen, schränkt die Möglichkeiten leider ein wenig ein. Vor allem, da weder mein Vater noch ich vor Weihnachten wirklich den Kopf frei genug haben, um darüber nachzudenken. Ich werde also variieren.

Und so stehe ich an Weihnachten in der Küche meiner Eltern, in der mein Vater gerade parallel einen Bratkartoffelsalat für die Besucher des traditionellen Schrottwichtelns vorbereitet und meine Mutter eigentlich gerne das Mittagessen zubereiten würde. Mir steht ein heiterer Vormittag bevor, das ist bereits klar.

Ich starte mit dem herzhaften Teil für die Metro Backherausforderung: Quichevariationen.

Rezept für die Quiche
Teig
100 g Vollkornmehl
20 g Salzstangen zu Paniermehl machen
40 ml warmes Wasser
20 ml Olivenöl
2 g Backpulver
eventuell eine Prise Salz (nach Zugabe der Salzstangenbrösel abschmecken!)

Füllung
100 g Faisselle Rians
1 EL Moutarde Violette
2 EL Saure Sahne
Salzstangenbrösel
Beurre d‘ Échiré AOC (gesalzene Butter)
80 g Vache de Chalais

eingelegte Artischockenherzen

eine halbe kleine Zucchini
eine kleine Schalotte
Öl zum Anbraten
etwas Salz und Pfeffer

P1110751Eine kleine Tarte- oder Springform (ca. 18 cm Durchmesser) mit dem Öl einfetten und das Salzstangenpaniermehl darin verteilen, die Rest, die nicht hängenbleiben, in ein Schälchen füllen. Alle Zutaten für den Teig vermischen bis ein glatter Teig entsteht, etwas von dem Salzstangenpaniermehl dazugeben (das lässt sich übrigens einfach herstellen, indem man die Salzstangen in eine Plastiktüte füllt und darin zerkleinert) und verrühren. Dann glatt ausrollen, in die Form legen, den Rand anpassen, kalt stellen und die Füllung zubereiten.

Für die Füllung Faisselle Rians, Saure Sahne und Senf vermischen, etwas von den Salzstangenbröseln und ein wenig weiche Butter hinzugeben. Gattrühren, danach auf den Teig geben. Im Grunde kann die Quiche so bereits in den Ofen. Wer möchte, kann aber zusätzlich noch abgetropfte Artischockenherzen daraufgeben. Ich habe außerdem noch einen weiteren Teil der Quiche mit Zucchini belegt. Dafür eine kleine Zucchini halbieren, eine Hälfte in kleine Würfel schneiden und mit der ebenfalls in Würfel geschnittenen Schalotte, etwas Salz und Pfeffer anbraten. Alle Beläge mit dem in kleine Würfel geschnittenen Vache de Chalais belegen.

Dann die Form für 25 bis 30 Minuten bei 190 Grad in den Ofen stellen. Je nach Größe der Quiche und der Menge der Beläge solltet ihr immer mal wieder in den Ofen schauen und die Zeit unter Umständen anpassen.

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Rezept für die Mürbetörtchen
Teig (ausreichend für etwa sieben kleine Förmchen)
160 g Mehl
100 g weiche Beurre d‘ Échiré AOC (gesalzene Butter)
10 ml Milch
60 g Rohrzucker
1 Prise Backpulver
0,25 unbehandelte Zitrone (nur die Schale)
1 TL Finestro Espressocreme

Füllung 1 (für zwei kleine Förmchen)
kleiner 1 Apfel
Rum zum Einlegen
etwa 100 g Faisselle Rians
1 Ei
50 g Zucker
etwa 20 g Marzipan

Teig-Variante Füllung 1 (pro kleinem Förmchen)
anstelle des oben angegebenen Teiges zusätzlich pro kleiner Tarte-Form:
drei Stücke Marzipan-Butter-Stollen-Konfekt
drei oder vier weich gekochte Maronen
Spekulatiuscreme

Füllung 2 (Achtung! Hierfür habe ich vor Zugabe der Espressocreme etwas Teig „abgezweigt“)
Mangocreme (Menge abhängig von der Tiefe der Förmchen)
etwas Vache de Chalais

Füllung 3
Mangopüree (Menge abhängig von der Tiefe der Förmchen)
etwas Espressocreme

Streusel für Füllung 1 (ausreichend für etwa vier bis fünf Förmchen, je nach Größe)
75 g Mehl
25 g Zucker
25 g weiche Butter
1 Päckchen Vanillepulver
100 g Marzipan

Dekoration
zerkleinerte Cranberries (Menge nach Bedarf)

P1110777Die Zutaten für den Teig vermischen (je nach Geschmack könnt ihr auch einen Eßlöffel statt eines Teelöffels Espressocreme nehmen, am einfachsten ist die Verarbeitung, wenn ihr vorher die Milch erhitzt und die Creme darin auflöst). Wenn der Teig zu feucht ist, noch etwas Mehl hinzugeben, dann auch noch ein wenig Zucker hinzugefügen. Den Teig ausrollen, über die Förmchen legen, die Ränder abschneiden und einpassen. Kalt stellen.

Für Füllung 1 kann vor Herstellung des Teiges der kleine Apfel in Würfel geschnitten und in Rum eingelegt werden. Faisselle Rians, Zucker, Ei und in kleine Stücke geschnittenes Marzipan vermischen. In die Formen füllen und mit den in Rum eingelegten, abgetropften(!) Apfelwürfeln belegen.

Für Füllung 2 die Mangocreme in die Förmchen füllen, Vache de Chalais in kleine Würfel schneiden, auf der Creme verteilen. Diese Variante ist nicht so süß wie die anderen und eignet sich nach meiner Meinung am besten als Abschluss eines guten Essens.

Für Füllung 3 etwas Espressocreme auf den Teigboden streichen, die Mangocreme in die Förmchen füllen. Für die Streusel das Marzipan in kleine Würfel schneiden, mit den übrigen Zutaten verrühren. Die Streusel über die Mangocreme geben.

P1110735Für die Füllung 1 habe ich noch eine etwas winterlichere Teigvariante: Die drei Stücke Marzipan-Butter-Stollen-Konfekt mit den weich gekochten Maronen in eine Plastiktüte geben und mit einem Nudelholz kleinschlagen. Den so entstandenen weichen Teig in ein Förmchen füllen. Den Boden mit etwas Spekulatiuscreme bestreichen (wahlweise auch mit Schoko- oder Espressocreme), die Füllung in die Förmchen geben und die abgetropften Apfelstückchen darauf verteilen. Wer mag, kann noch etwas Zimt darüberstreuen.

Die Törtchen für etwa 20 Minuten bei etwa 190 Grad in den Ofen geben. Auch hier immer wieder kontrollieren, gerade die Streusel können recht schnell „knusprig“ werden. Danach herausnehmen, abkühlen lassen und Törtchen mit Füllung 3 mit ein paar klein geschnittenen Cranberries dekorieren. Es besteht auch die Möglichkeit, nach dem Backen des Teigs in den Förmchen die Mangocreme in die fertigen Törtchen zu geben (hier eine kürzere Backzeit beachten) und nach Geschmack Cranberries darauf zu verteilen. Wichtig ist vor allem, dass die Cranberries nicht mitgebacken werden, da sie sonst anbrennen können, aber auf jeden Fall zu hart werden.

P1110774Die Backherausforderung ist gemeistert, die Fotodokumentation ist dabei ein wenig auf der Strecke geblieben – man merkt doch, dass mir hier die Routine der Foodblogger fehlt. Die Küche meiner Eltern sieht aus, als sei dort eine Bombe eingeschlagen. Der Familiensegen hat zwischendurch ein wenig gewackelt, hängt nun aber wieder gerade. Ich bin nicht sicher, ob das Extrapunkte gibt, aber der Bratkartoffelsalat meines Vaters und andere „Kleinigkeiten“, die er zwischendurch gezaubert hat, sind trotz der prekären Küchensituation hervorragend gelungen. Zu meinem Backherausforderungsergebnis sage ich natürlich nichts, ich will die Jury schließlich nicht beeinflussen. Aber so viel sei verraten: Das eine oder andere Rezept habe ich sicher nicht zum letzten Mal verwendet.

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