Ballett und Oper im Kino – nur etwas für Banausen?

UCI Kino Ballett Theater Oper BallettIch gehe gerne ins Theater. Ins Ballett. In die Oper. Und ins Kino. Aber das lässt sich natürlich nicht miteinander verbinden.
Nun ja, das stimmt nicht ganz. Ab und zu ist das schon möglich. So wird etwa in der UCI Kinowelt Kunst mit Kino verbunden. Mehrmals im Jahr überträgt das Filmtheater Aufführungen zum Beispiel aus der Opéra national de Paris oder dem Royal Opera House in London. Passend zur Weihnachtszeit steht aktuell „Der Nussknacker“ auf dem Programm.

IMG_0772Im Gegensatz zu den Inszenierungen aus London und Paris, die sonst im UCI gezeigt werden, ist „Der Nussknacker“ nicht live. Irgendwie verständlich, ist es doch gewissermaßen eine saisonabhängige Vorstellung und dementsprechend um die Weihnachtszeit herum sehr beliebt ist. So stehen zwischen dem 15. Dezember und 1. Januar drei Vorführungen des Balletts auf dem Programm. Es ist bereits das dritte Mal, dass ich mir eine Oper oder ein Ballett im Kino anschaue.

Wie auch bei den anderen beiden Vorstellungen erhalten alle Besucher vor dem Saal ein Glas Sekt. Das hebt natürlich sofort die Stimmung. Bei „Hänsel und Gretel“ waren nur sechs Besucher im Kino, sodass uns der Leiter des Kinos eine Flasche Sekt mitgab, die wir uns während der Aufführung teilten. Unnötig zu erwähnen, dass wir trotz des klassischen, eher bedrückenden Stoffes einen extrem heiteren und leichten Abend verlebten.

Bisher hat mir „Alice im Wunderland“ in der Inszenierung von Christopher Wheeldon, getanzt vom Royal Ballet, am besten gefallen. Engelbert Humperdincks Märchenoper „Hänsel und Gretel“ in einer Inszenierung von Mariame Clément war ebenfalls gut, konnte aber Wheeldons wundervolles Ballett nicht toppen.

Was außerdem schön war: Zu der Londoner Inszenierung konnte man unter einem speziellen Hashtag twittern und so verfolgen, wie die Vorstellung bei Kinobesuchern in Rio, Paris, Kopenhagen oder sonstwo auf der Welt ankam – das habe ich natürlich erst nach der Aufführung gemacht. Das ist übrigens, obwohl er aufgezeichnet ist, auch bei „Der Nussknacker“ unter dem Hashtag #ROHnutcracker möglich.

IMG_0745Die beiden ersten Vorstellungen waren wie bereits erwähnt live, was irgendwie zusätzlich eine besondere Atmosphäre bewirkte. Anfangs fand ich die Perspektivenwechsel durch die Kamera, die bei einer normalen Bühnensicht selbstverständlich so nicht vorhanden sind, ein wenig störend. Aber nach einer Weile bemerkt man sie nicht mehr. Und bei Aufzeichnungen, die bei ARTE oder 3Sat laufen, ist die Kameraführung auch nicht anders. Als zusätzliches „Bonbon“ erhalten die Kinobesucher aber vor der Aufführung und in den Pausen exklusive Blicke hinter die Kulissen.

Natürlich könnte ich einfach ins Ballett oder in die Oper gehen. Aber so gut die Häuser in Düsseldorf, Mönchengladbach, Köln oder im Ruhrgebiet auch sein mögen: Inszenierungen wie in Paris oder London sind schon aus finanziellen Gründen kaum möglich. Davon abgesehen dürften die Eintrittskarten ein vielfaches von dem schon recht hohen Preis des Kinotickets kosten: Im UCI kann man für 19 € „Der Nussknacker“ und für 25 € die Live-Vorstellungen anschauen – ADAC-Mitglieder sparen übrigens 2 €.

IMG_0774Auch ohne Live-Übertragung gefällt mir „Der Nussknacker“ sehr gut. Weihnachtlich eingestimmt und sehr entspannt – ich hatte nur ein Glas Sekt, ich schwöre es, daran kann es also nicht liegen – verlasse ich das Kino.
Am Neujahrstag findet die letzte Nussknacker-Vorstellung im UCI statt. Aber nicht die letzte Übertragung einer Inszenierung eines der erfolgreichsten Ballettensembles oder aus einem der besten Opernhäuser der Welt: Etwa einmal im Monate steht eine solche Aufführung auf dem Programm des UCI zum Beispiel in Düsseldorf, Bochum oder Köln. Auch die wunderbaren Filmkunstkinos in Düsseldorf haben regelmäßig Live-Aufführungen im Programm. Das Cinema zeigt beispielsweise am Sonntag, 19. Januar, Tchaïkovskis Jewels in einer Inszenierung des Bolschoi Ballett oder am Montag, 27. Januar, Giselle aus dem Royal Opera House in London. Also ab ins Kino!

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