Geschenkideen (nicht nur) für Weihnachten – sinnvoll schenken

SOS-Kinder auf dem Spielplatz im SOS-Kinderdorf Kavre, Nepal. Foto: Alexander Gabriel

SOS-Kinder auf dem Spielplatz im SOS-Kinderdorf Kavre, Nepal. Foto: Alexander Gabriel

In knapp zwei Monaten ist Weihnachten. Jedes Jahr das gleiche Spiel: Wem möchte man etwas schenken? Was soll man schenken? Oder schenkt sich gegenseitig doch nichts? Aber vielleicht bringt man zumindest eine Kleinigkeit mit. Ohne Geschenke ist Weihnachten doch nicht wirklich Weihnachten, oder? Ich glaube, jeder von uns hat das alles schon in ähnlicher Weise erlebt. Bei mir endet es entweder so, dass ich doch zufällig, ich schwöre es tolle und passende Geschenke finde, an denen ich nicht vorbei gehen kann. Oder ich habe keine Geschenke, möchte aber zumindest eine nette Aufmerksamkeit mitbringen. Im Grunde bringe ich also doch Geschenke mit. Aber kann man diesen grauenhaften, sich Jahr für Jahr wiederholenden Kreislauf überhaupt durchbrechen?

Ich behaupte: man kann! Und zwar durch sinnvolle Geschenke. Und damit meine ich natürlich nicht die Motorsäge für Papa und die Küchenmaschine für Mama, denn das wären letztendlich doch wieder reguläre Geschenke. Sondern Geschenke, die man im Namen des Beschenkten jemandem macht, der sie gut gebrauchen kann.

Bei Unternehmen ist eine ähnliche „Geschenkpraxis“ seit Jahren fast schon Usus: Sie spenden karitativen Einrichtungen Geld. Das lässt sich zum einen von der Steuer absetzen, umgeht zum anderen die Compliance-Richtlinien und nicht zuletzt spart es meist auch Zeit, Geld und Mühe sowie die Entscheidung, welcher Kunde welche Geschenkgröße erhält (großer Präsentkorb, eine Weinflasche oder doch nur die nette Karte?).

Lae Lae Aung und May Tha Zin aus Myanmar Fotograf: Plan / Warisara Sornpet

Lae Lae Aung und May Tha Zin aus Myanmar Fotograf: Plan / Warisara Sornpet

Patenschaften
Als ich meinen ersten „richtigen“ Job hatte, habe ich mir selbst eine Patenschaft geschenkt, um etwas von dem wiederzugeben, was ich über die Jahre im deutschen Bildungssystem erhalten habe. Ich finde, eine Patenschaft ist auch als Geschenk für Kinder etwas Schönes. Aber bei den verschiedenen Angeboten gibt es kleinere Unterschiede. Ich bin seit vielen Jahren Pate bei Plan Deutschland. Hier kostet die Patenschaft inzwischen 28 € pro Monat, also pro Tag nicht einmal einen Euro. In einem gewissen Rahmen kann man sein Patenkind „auswählen“: Ich wollte gerne ein Mädchen unterstützen, weil Mädchen in den meisten Ländern der Welt immer noch extrem benachteiligt sind.

Zu diesem Zeitpunkt hatte ich gerade in Südostasien eine Rundreise gemacht, außerdem mag ich diese Region sehr und kenne die Lebensumstände dort ein wenig. Deshalb war für mich klar, dass ich ein asiatisches Mädchen unterstützen wollte. Das genaue Land habe ich Plan auswählen lassen. So kann man aber auch bei den anderen beiden Punkten verfahren. Nachdem mein erstes Patenkind inzwischen volljährig ist, unterstütze ich nun mein zweites, ebenfalls wieder bewusst ein Mädchen, das dieses Mal aber nur zufällig aus Asien kommt.

Plan ermöglicht es den Paten, ihren Patenkindern Briefe zu schreiben und bittet die Kinder, diese auch zu beantworten. Die Briefe sollten auf Englisch verfasst sein und werden vor Ort in die Landessprache übersetzt. Dementsprechend übersetzen die Betreuer die Antworten der Kinder auf Englisch. Außerdem können Paten auf der Seite von Plan E-Mails versenden, die ausgedruckt und an die Patenkinder geschickt werden.

Einmal im Jahr erhalten Paten einen Bericht darüber, was mit dem gespendeten Geld im Dorf bewirkt werden konnte, wie sich die Familie des Patenkindes entwickelt hat und natürlich auch, wie es dem Kind selbst ergangen ist. Zum Geburtstag, zu anderen Anlässen oder auch ohne besonderen Grund können Paten Geschenke über Plan schicken, die sie vorher im Shop auswählen. Es ist sogar möglich, das Patenkind vor Ort zu besuchen, wenn sie den Besuch mindestens acht Wochen vorher ankündigen.

Alle drei Monate bekomme ich die Plan-Post mit Informationen über das weltweite Engagement von Plan. Die Patenschaft kann jederzeit beendet werden. Ich finde es jedoch wichtig, sie nach Möglichkeit bis zum 18. Geburtstag meines Patenkindes in wenigen Jahren aufrechterhalten. Deshalb sollte man sich vor dem Abschluss einer Patenschaft überlegen, ob man die Patenschaft wenigstens einige Jahre finanzieren kann. Ich persönlich fände ein solches Geschenk auch schön, wenn es ein Pate seinem „richtigen“ Patenkind macht und über die Jahre finanziert.

SOS-Kinder vor ihrem Familienhaus im SOS-Kinderdorf Port Elizabeth, Südafrika. Foto: Patrick Wittmann Ähnliche Patenschaften bieten auch andere Organisationen an: Bei den SOS Kinderdörfern gibt es sowohl eine Kinderpatenschaft für ein SOS-Kind für 31 € als auch eine Dorfpatenschaft für ein SOS-Kinderdorf für 28 € im Monat. Bei einer Dorfpatenschaft erhält der Pate allerdings nicht die Möglichkeit, persönlichen Kontakt zu einem Kind aufzunehmen.
Die Kindernothilfe bietet ebenfalls Kinderpatenschaften für 39 € im Monat an. Darüber hinaus gibt es Projektpatenschaften für 15 €. Sie dauern in der Regel drei bis fünf Jahre und auch hier erhält man keine persönlichen Briefe. Das Projekt kann man auf Wunsch aus aktuell vier Projekten auswählen.

Bei World Vision bekommt der Pate neben einem jährlichen Bericht auch ein Video über die Fortschritte seines Patenkindes. Die Patenschaft kostet pro Monat ab 30 €. Besonders nett finde ich die Idee, dass man für ein Kind die Patenschaft übernehmen kann, das am selben Tag wie man selbst oder der Beschenkte Geburtstag hat.

Es gibt aber auch kurzfristige Patenschaften: Bei der Diakonie Düsseldorf kann man Projektpatenschaften unterstützen. Von den Spenden finanziert die Diakonie Projekte vor der Haustür, wie etwa Trainingskurse für junge Erwachsene, Tagesstätten für wohnungslose Menschen oder warmes Essen für Schulkinder.

Zwei Wölfe Foto: NABU/S. Zibolsky

Zwei Wölfe Foto: NABU/S. Zibolsky;

Tierpatenschaften
Eine etwas andere Art von Patenschaft bietet der NABU an: Der gemeinnützige Verein bietet (Tier-)Patenschaften an. Dabei kann man zwischen einem selbst zu bestimmenden Betrag, 8, 15 oder 30 € monatlich wählen. Der Pate erhält eine Urkunde und zweimal im Jahr aktuelle Projektinformationen. Interessenten können zum Beispiel aus Patenschaften für Wölfe, Schneeleoparden, lebendige Wälder, Adler oder lebendige Flüsse wählen.
Aber auch Zoos bieten Tierpatenschaften an: Im Krefelder Zoo kostet eine Patenschaft für eine Blumen-Fledermaus oder ein Alpaka 50 € im Jahr, bei einem Zwergesel oder Stachelschwein ist man bereits mit 40 € dabei. Dafür schlagen Elefant, Orang-Utan oder Schimpanse mit 1.000 € zu Buche. Daneben wirken 100 € für ein ganzes Blattschneideameisen-Volk geradezu läppisch.

Paten erhalten eine Urkunde ihres „Patentieres“ und werden mit anderen Paten namentlich auf einer Patentafel im Zoo und in der Tierpatenliste im Internet genannt. In jedem Jahr findet ein Tierpatentag statt, an dem Paten mehr über ihr Tier erfahren können. Paten erhalten freien Eintritt und können in Begleitung eines Zoomitarbeiters ihr Tier besuchen.
Tierpatenschaften mit anderen Preisstaffelungen und Specials für Paten bieten unter anderem auch die Zoos in Dortmund, Köln, MünsterLeipzig oder Frankfurt an.

Das gute Geschenk Sinnvolle Geschenke World Vision

„Das gute Geschenk“ World Vision Webauftritt

Sinnvolle Geschenke
Wer nicht dauerhaft ein Kind, Projekt oder Tier unterstützen möchte oder kann, hat die Möglichkeit, mit einem sinnvollen Geschenk Menschen im Namen des Beschenkten zu unterstützen. Plan Deutschland bietet etwa Bücher für Schulen in Guatemala für 34 €, mobile Hebammen in Laos für 55 €, Binden für Mädchen in Ghana für 10 € und Hühner für Familien in Ecuador für 50 € an.
Bei den SOS Kinderdörfern kauft man für 42,20 € Saatgut für eine Familie, für 15 € Masern-Impfungen für Kinder und für 5,10 € eine Puppe für ein Kind. World Vision bietet Lernmaterial für 20 €, Schafe für 44 € und Familien-Nothilfepakte für 70 € an.

Der „Klassiker“ unter den Hilfspaketen ist das Care-Paket, das vielen unserer Urgroßeltern, Großeltern oder Eltern in der Nachkriegszeit geholfen hat. Auch heute noch existiert der Verein Care-Pakete. Zu Weihnachten bietet Care die Möglichkeit, mit speziellen Weihnachtspaketen zu helfen. Die Pakete laufen zum Beispiel unter den Namen Wärme-, Zukunfts- und Winter-Paket. Das Ernährungs-Paket für 80 € etwa ermöglicht es, sechs unterernährte Kinder einen Monat lang mit Aufbaunahrung zu versorgen. Mit dem Wärme-Paket für 45 € werden ein Heizofen oder ein isolierenden Teppich für Flüchtlingsfamilien angeschafft. Außerdem kann Care für einmalig 10 € eine Monatsration Kraftnahrung für ein unterernährtes Kind, für 30 € ein Schwein oder eine Ziege und für 80 € ein großes Überlebenspaket für eine sechsköpfige Familie finanzieren.

In Düsseldorf könnt ihr Kindern bei der Kindertafel ein Essen nach euren Wünschen spenden. Dazu könnt ihr auf der toll gestalteten Webseite einfach das entsprechende Essen auf den Teller der Kinder ziehen.

Weihnachtspakete und -päckchen
Besonders schön finde ich es, in der Vorweihnachtszeit eigene Pakete zusammenzustellen. Ich kann mich noch daran erinnern, dass wir das zu Hause in meiner Kindheit häufiger gemacht haben. Auch daran, wie wir mit der ganzen Familie diese Pakete gepackt und Briefe beigelegt haben. Ich wusste, dass wir damit Menschen helfen, denen es nicht so gut geht wie uns. Und dass für sie dieses Paket vielleicht das schönste Geschenk des Jahres und die einzige Möglichkeit für eine richtige Weihnachtsfeier darstellte. Deshalb verschenke ich noch heute ab und zu Geschenke oder Geschenkpakete zu Weihnachten an Menschen, die nicht so viel Glück hatten wie ich. Ich halte es für eine schöne Aktion, die man hervorragend mit Kindern machen kann und die zu einer guten Familientradition werden kann.

Um Geschenke im Schuhkarton bitten folgende Organisationen: Die Stiftung Kinderzukunft aus Grüngau sammelt Weihnachtspakete für hilfsbedürftige Kinder in der Ukraine, Rumänien, Bosnien und Herzegowina. Die Pakete können bei verschiedenen Sammelstellen abgegeben oder per Post zugeschickt werden.
Humedica versendet Pakete, die von den Spendern selbst zusammengestellt wurden, an Kinder unter anderem in Deutschland, Osteuropa, Brasilien und Afrika. Die Pakete können bayernweit bei Sammelstellen abgegeben werden.
Auch bei Samaritan’s Purse (bis 2018: Geschenke der Hoffnung) werden Geschenke in Schuhkartons schwerpunktmäßig an Kinder in Osteuropa verteilt. Die Kartons können bei über 5.000 Sammelstellen in Deutschland abgegeben werden beziehungsweise nach Abgabeschluss direkt nach Berlin versandt werden.

Es leben aber auch viele Kinder in Deutschland, die keine oder nur „praktische“ Geschenke bekommen, weil das Geld nicht für ein „richtiges“ Geschenk reicht. In vielen Städten gibt es deshalb zum Beispiel auf Weihnachtsmärkten vergleichbare Aktionen wie das Haus der guten Tat in Bochum. Dort habe ich mir früher vor Ort die Wünsche von zwei Kindern  je eines aus einem Kinderheim in Bochum und eines aus Afrika ausgesucht und die entsprechenden Geschenke zusammengestellt. Diese Pakete habe ich dann bei Bochum Marketing abgegeben. Sie wurden den Kindern zu Weihnachten übergeben.

In einigen Städten gibt es „Wunschbäume“ in Kaufhäusern, an denen die Wünsche von Kindern hängen. Die Mechanik funktioniert ähnlich wie oben beschrieben. Wenn ihr also Interesse an dieser Art des Schenkens habt, haltet die Augen offen. In Düsseldorf konnte man einen solchen Baum in den vergangenen Jahren etwa bei Galeria Kaufhof auf der Königsallee finden, aber auch bei Karstadt und anderen Kaufhäusern sind die Chancen groß, eine solche Aktion zu finden. In real-Märkten gab es bundesweit ebenfalls eine solche Aktion. Wie wichtig solche Aktionen für die Kinder sind, geht aus diesem Artikel der Rheinischen Post von 2015 hervor.

Übrigens lässt sich eine solche Aktion auch im Kleinen umsetzen: Der Betriebsrat meines ehemaligen Arbeitgebers etwa fragte mindestens sechs Jahre Wünsche von Kindern in Einrichtungen in der Stadt ab. Aus diesen von den Kindern auf buntes Papier gemalten und geschriebenen Wünschen suchten sich die Mitarbeiter einen oder mehrere aus, die sie erfüllen wollten. Für jedes beim Betriebsrat abgegebene Päckchen erhielt der Weihnachtsbaum im Eingangsbereich einen weiteren Anhänger. Im letzten Jahr, in dem ich dort gearbeitet habe, waren die etwa 60 Wünsche nach wenigen Stunden vergeben.

Zusätzlich sammeln alle Mitarbeiter Lebensmittel für die Tafel der Stadt. Der geschätzte Gesamtwert wird anschließend von unserer Geschäftsführung verdoppelt und zusätzlich als Scheck übergeben. Wenn ich mich richtig erinnere, betrug die Scheckhöhe im vergangenen Jahr etwa 2.500 €.

In Balanta (Moldau) gab es die Pakete direkt draußen im Schnee. Foto:

In Balanta (Moldawien) gab es die Pakete direkt draußen im Schnee. Foto: „ADRA Deutschland e. V. | „Aktion Kinder helfen Kindern““

Bei Engelbaum gibt es eine Art virtuellen Weihnachtswunschbaum. Online kann man Geld für Geschenke spenden. Davon wird Kindern, die mit ihrer Mutter im Frauenhaus sind, deren Eltern kein Geld haben oder im Gefängnis einsitzen, ein Weihnachtsgeschenk gekauft. Spender können einen Wunsch aus der Datenbank auswählen, sobald online ist. Aktuell sind es noch rund 81 offene Wünsche.
Kinder helfen Kindern ist ebenfalls seit einigen Jahren tätig. Deutschlandweit können Kinder für Kinder in Osteuropa Weihnachtspakete packen. Auch bei dieser Aktion können Pakete in Sammelstellen abgegeben werden.

Unsere Nachbarn in der Schweiz können hilfsbedürftigen Menschen in Osteuropa Weihnachtspäckli (was für ein niedlicher Name!) zusammenstellen und in einer der über 400 Sammelstellen abgeben. Der Verein Petit Suisse Kinderhilfe organisiert eine Weihnachtsaktion für sozial benachteiligte oder behinderte Kinder in der Schweiz.
In Österreich vermittelt die Aktion Christkindlbrief der Caritas Wunschbriefe von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen mit Behinderung, die in Caritas-Einrichtungen wohnen, an Schenkende, die ein entsprechendes Paket packen und versenden können. Der Samariterbund organisiert eine Geschenkaktion für arme Kinder in Österreich. Was ich besonders bemerkenswert finde: Der Versand für das „Packerl“ ist (natürlich nur innerhalb Österreichs) kostenlos.
Kinder können aber auch selber anderen Kindern helfen. Bei der Aktion Kinder helfen Kindern können junge Österreicher Packerl für lettische und ukrainische Kinder, die in Krankenhäusern, Kinderheimen, Frauenhäusern oder in Familien mit geringem Einkommen leben, zusammenstellen.

Bei einigen Tafeln gibt es ebenfalls immer wieder Weihnachtspaket-Aktionen. Ihr solltet am besten bei eurer Tafel vor Ort schauen, ob eine solche Aktion geplant ist. In Köln können die Pakete zwischen dem 2. und 11. Dezember an verschiedenen Stellen (Achtung: teilweise nur an einem Tag) und in Aachen am 16. Dezember 2019 von 10 bis 18 Uhr abgegeben werden. Bei der Tafel in Düsseldorf könnt ihr auch in diesem Jahr eure Pakete am 10. Dezember von 8 bis 18 Uhr in der Aula der St. Benedikt Schule auf Charlottenstraße 110 abgeben. Für alle Pakete empfiehlt sich nicht verderbliche Ware. Außerdem sollten Pakete zumindest in Düsseldorf unverschlossen sein. In den vergangenen Jahren bin ich dazu übergegangen, Zettel an den Tüten anzubringen, auf denen ich den idealen Empfänger beschreibe (z.B. Alleinstehende mit zwei Kindern zwischen 3 und 8 Jahren, älteres Paar, alleinstehender Mann) und vermerke, ob (Schweine-)Fleisch enthalten ist. Unter diesem Post findet ihr eine Liste mit weiteren Tafeln, die in den letzten Jahren Weihnachtsaktionen gestartet haben.

Weihnachtspaket für GefangeneEine andere Aktion wird immer wieder kontrovers diskutiert. Ich möchte sie trotzdem vorstellen, da ich ein solches Paket selbst einmal zusammengestellt habe. Und das Dankschreiben des Beschenkten hat mich zu Tränen gerührt. Ich verstehe das Paket nicht als Belohnung, sondern als Unterstützung eines Menschen, der sonst wenig hat, worüber er sich freuen kann. Aber ich gleite doch wieder in eine Diskussion ab, die ich nicht führen will. Ich rede von Weihnachtspaketen für Gefangene. Der Verein Freiabos unterstützt Gefangene das Jahr über mit der Vermittlung – wie der Vereinsname schon sagt – der Abonnements von Zeitungen und Magazinen, aber auch Büchergeschenken.

Zu Weihnachten kann man einen fixen Geldbetrag für Sonderausgaben (2019: 30 €) für eine JVA, einen Paket-Ersatz (2019: 30 €) oder einen Buchwunsch zu Weihnachten spenden, das einem Gefangenen im Zeitraum von zwei Wochen vor bis zwei Wochen nach Weihnachten übergeben wird. Oder man stellt, falls es in dem entsprechenden Bundesland noch möglich ist (2019: nur noch Brandenburg), selbst ein Paket nach relativ strikten Regeln zusammen. Die Gefangenen dürfen zusätzlich noch persönliche Wünsche äußern. Im Jahr 2017 erlaubt nur noch Brandenburg Weihnachtspakete an Untersuchungs- und Strafgefangene. Geschenke an Sicherungsverwahrte und Patienten des Maßregelvollzugs sowie Buchgeschenke (oder auch Zeitungs- und Magazinspenden) an alle Gefangenen sind aber weiterhin möglich.

Schön finde ich auch das Kochprojekt für Frauen in der JVA Berlin-Lichtenberg, bei dem Ehrenamtliche gemeinsam mit den Inhaftierten kochen. Für ein Essen mit etwa zehn Personen können 35 € (2019) gespendet werden.

Ich erinnere mich dunkel, dass es relativ aufwändig war, das Paket zu füllen und dass ich am Ende auf rund 60 bis 70 € Kosten inklusive Porto gekommen bin. Aber ich denke noch heute an den tollen Brief, den ich erhalten habe und glaube, dass die Freude, die das Paket bei dem Beschenkten ausgelöst hat, das wert war. (Update 2014: Im vergangenen Jahr habe ich erneut ein Paket verschickt, das alles in allem etwa 60 € gekostet hat, und der Dankesbrief hat mich erneut zu Tränen gerührt.)

Weitere Ideen
Weitere Möglichkeiten für Spenden, Patenschaften und Pakete findet ihr zum Beispiel beim BUND, Oxfam, ora international oder Katholischer Gefängnisverein Düsseldorf   (Abgabe noch bis Mitte Januar). Genussfreunde haben vielleicht Spaß an einer Rebstockpatenschaft von Slow Food oder einer Bienenpatenschaft von Bee Good.

Kulturliebhaber freuen sich vermutlich eher über eine Puppenpatenschaft beim Düsseldorfer Marionettentheater oder der Augsburger Puppenkiste, eine Exponatpatenschaft im Naturkundemuseum Berlin oder eine Buchpatenschaft bei der Universitäts- und Landesbibliothek Düsseldorf.

Eine Patenschaft, die mir aus naheliegenden Gründen sehr am Herzen lag, war die Baumpatenschaft in Düsseldorf. Nach dem schweren Sturm „Ela“ am Pfingstmontag 2014, bei dem etwa 25 Prozent des Baumbestandes der nordrheinwestfälischen Landeshauptstadt zerstört wurde, benötigt die Stadt Hilfe bei der Wiederaufforstung. Ich habe die Verwüstung des Stadtgebietes persönlich erlebt und sehe die Folgen noch heute täglich. Mit 50 € oder mehr konnten Düsseldorfer und Naturliebhaber helfen, die noch immer sichtbaren Schäden in den Grünanlagen der Stadt nach und nach zu beheben. Leider wurde das Programm inzwischen eingestellt. Aber die gemeinnützige Initiative Prima Klima bietet ebenfalls Baumpatenschaften deutschland- und weltweit an.

Gerade um Projekte zu finden, die Menschen vor Ort unterstützen, hilft es, die lokale Presse zu lesen und einfach aufmerksam zu sein. Für die in diesem Beitrag genannten Aktionen solltet ihr beachten, dass die meisten Abgabetermine für den Versand der Pakete in der ersten Novemberhälfte liegen. Viel Spaß beim Packen und  Spenden.

Übersicht Weihnachtspaketaktionen 2019 von Tafeln

Aachen: Abgabe am 16. Dezember von 10 bis 18 Uhr

Ahaus-Vreden: Abgabe vom 2. bis 7. Dezember

Bergisch Gladbach: noch nicht veröffentlicht

Berlin: Abgabe vom 5. November bis 7. Dezember an verschiedenen Orten (unter anderem bei MyPlace-SelfStorage), montags bis freitags 8.30 bis 17.30 Uhr, samstags 9 bis 13 Uhr

Bochum-Wattenscheid: ab 2019 wird es keine Weihnachtsaktion mehr geben

Bonn: Abgabe am 17. und 18. Dezember von 11 bis 18.30 Uhr

Bottrop: Abgabe am 10. Dezember

Brühl: noch nicht veröffentlicht

Datteln: noch nicht veröffentlicht

Dorsten: noch nicht veröffentlicht, auf der Site gibt es eine schöne Idee für einen Düren

Düren: noch nicht veröffentlicht

Düsseldorf: Abgabe am 10. Dezember von 8 bis 18 Uhr

Duisburg: Abgabe montags bis freitags von 8 bis 16 Uhr im Tafel-Büro und am Wochenende von 10 bis 14 Uhr an einer anderen Stelle

Erftstadt: Abgabe am 11. Dezember

Erfurt: bisher keine Informationen

Erkelenz: Abgabe montags und donnerstags von 25. November bis 16. Dezember von 7 bis 10 Uhr und 13 bis 16 Uhr

Essen: die Weihnachtsaktion findet nicht mehr in der bisherigen Form statt, es werden aber Gutscheine von Lebenmittelmärkten angenommen

Euskirchen: bisher keine Informationen

Frankfurt: Abgabe vom5. November bis 7. Dezember bei MyPlace-SelfStorage

Frechen: Abgabe am 9. Dezember 

Graz: Abgabe vom 11. November bis 13. Dezember bei MyPlace-SelfStorage

Hürth: Abgabe am 11. Dezember von 10 bis 18 Uhr

Iserlohn: Abgabe werktags von 9 bis 17 Uhr

Jena: bisher keine Informationen

Kempen: bisher keine Informationen

Kevelaer: Abgabe am 29. November sowie 2. und 3. Dezember

Köln: Abgabe vom 2. bis 11. Dezember bei verschiedenen Sammelstellen (Achtung! Abgabe teilweise nur an einem Tag)

Korschenbroich: Abgabe am 30. November von 15 bis 17 Uhr und am 1. Dezember von 10 bis 12 Uhr

Lahr: Abgabe vom 17. November bis 9. Dezember

Leichlingen: noch keine Informationen

Leipzig: noch keine Informationen, die Samstagszeitung sucht allerdings für die Kinderweihnacht der Tafel Wunschzettelpaten für Kinder bzw. sammelt Geldspenden

Leverkusen: Für eine Spende von 25 € bis 12. Dezember wird je ein Paket gepackt und ausgegeben

Linz: Abgabe vom 11. November bis 13. Dezember bei MyPlace-SelfStorage

Lübbecke: Abgabe am 5. Dezember von 15 bis 19 Uhr

Mainz: Abgabe vom 12. November bis 14. Dezember bei MyPlace-SelfStorage

Mönchengladbach: noch keine Informationen

Münster: Abgabe vom 2. bis 13. Dezember, montags bis freitags von 10 bis 19 Uhr, samstags von 10 bis 18 Uhr

Neuenkirchen und Seelscheid: Abgabe am 18. Dezember von 10 bis 18 Uhr

Nürnberg: Abgabe vom 12. November bis 14. Dezember bei MyPlace-SelfStorage

Oberhausen: Abgabe vom 11. November bis 16. Dezember außer dienstags und am Wochenende von 9 bis 16 Uhr

Offenbach: Abgabe vom 12. November bis 14. Dezember bei MyPlace-SelfStorage

Overath: noch keine Informationen

Potsdam: Abgabe vom 12. November bis 14. Dezember bei MyPlace-SelfStorage

Rhein-Erft-Kreis: noch keine Termine online

Rösrath: Abgabe am 12. Dezember von 9 bis 12 Uhr und von 14 bis 18 Uhr

Schalksmühle und Halver: Wunschbaumaktion (Kinder), Abgabe der Wünsche bis 6. Dezember

Siegen: Abgabe am 3.,  5., 8. und 10. Dezember zu verschiedenen Zeiten

Stuttgart: Abgabe vom 12. November bis 14. Dezember bei MyPlace-SelfStorage

Tarmstedt: Wunschsternaktion für Kinder, Abholung der Wunschsterne an Donnerstagen im November von 15 bis 17 Uhr

Übach-Palenberg: Abgabe am 18. Dezember von 10 bis 18 Uhr, bei Geschäften vor Ort können auch „Muster-Weihnachtspakete“ in Wunschbetragswert ausgewählt oder werden, wenn ihr keine Zeit habt, selber ein Paket zu packen

Viersen: Abgabe am 17. Dezember von 10 bis 18 Uhr

Wien: Abgabe vom 12. November bis 14. Dezember bei MyPlace-SelfStorag

Wiesbaden: Abgabe vom 12. November bis 14. Dezember bei MyPlace-SelfStorage

Willich: Abgabe 2. bis 5. Dezember an verschiedenen Stellen 

Zürich: Abgabe vom 12. November bis 14. Dezember bei MyPlace-SelfStorage

Zwickau: Abgabe bis 13. Dezember (nur Päckchen für Kinder)

9 Gedanken zu “Geschenkideen (nicht nur) für Weihnachten – sinnvoll schenken

  1. Pingback: Anderswo
    • Barbara (@Charlott7777) schreibt:

      das ist ja das Gute an solch Listen, dass sie eigentlich jedem eine Richtung bieten, die den eigenen Vorstellungen nahekommt. Für mich gilt: es gibt ‚draußen‘ vermutlich genau so viele Menschen, denen ich aus anderen Gründen nichts schenken würde … wie sich ‚innerhalb der Mauern‘ Menschen finden, mit denen mich irgendetwas verbinden könnte. Und ich werde das dieses Jahr einfach mal tun. Weil ich von anderen ebenfalls Dinge geschenkt bekomme, ohne dass sie mich persönlich kennen. Oder auch – obwohl sie mich mit all meinen Schwächen kennen.

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  2. Liebling nicht jetzt schreibt:

    Eine sehr tolle und sehr vielfältige Zusammenstellung! Ein Freund von mir sponsert Gefangenen die „Titanic“, damit sie mal wieder was zu lachen haben. Und wir beteiligen uns mit unseren Kindern an Geschenken im Schuhkarton für Osteuropa, an Brot für die Welt und in diesem Jahr an einer privaten Aktion für ein Brasilianisches Waisenhaus. Wenn ich mir vorstelle, dass es Kinder gibt, die nicht mal ne Zahnbürste haben, macht es mir großen Spaß, besonders schöne Sachen auszusuchen und mir dabei vorzustellen, wie sich die Kinder darüber (hoffentlich) freuen werden. Das allein ist schon sein Geld wert.

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  3. Ballistol schreibt:

    Hallo, jeder sollte und kann sich ja selber überlegen wem er eine Freude machen möchte, armen kindern zu helfen und sich daran zu erfreuen wie ihre kleinen Augen funkeln ist schon was ganz besonders.
    Herzliche grüsse.

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