Genusstipp Ausflug: Kleinstadtidylle in der Großstadt

Essen Krupp-Siedlung MargarethenhöheSommer ist für mich eindeutig die beste Jahreszeit: frühstücken im Garten, warme Sonne, viel Licht, Fahrten ans Meer oder an einen See, Biergartenbesuche, Eis, grillen mit Freunden, laue Abende mit einem leckeren Wein auf dem Balkon. Hat jetzt jemand nicht sehnsüchtig geseufzt? Denn eines wissen wir wohl alle: Der Sommer 2013 hat leider eindeutig seinen Höhepunkt überschritten. Aber auch Spätsommer haben ihre schönen Seiten und dazu zählen nicht nur die Weinfeste in den südlichen Teilen Deutschlands.

Mitten in Nordrhein-Westfalen liegt ein architektonisches Kleinod, das gerade im Spätsommer und Frühherbst zu gemütlichen Spaziergängen einlädt. Die seit 1987 denkmalgeschützte Gartenstadt Margarethenhöhe in Essen, einst von Margarethe Krupp anlässlich der Hochzeit ihrer Tochter Bertha gestiftet, besteht bereits seit über hundert Jahren. Inzwischen haben nicht nur Werksangehörige die Möglichkeit, dort zu wohnen.

Aktuell bietet die Siedlung rund 8.000 Bewohnern ein Zuhause. Bewerber für freie Wohnungen gibt es scheinbar viele: Die Margarethe-Krupp-Stiftung bittet Interessenten, sich erneut zu melden, falls sie innerhalb eines Jahres keine Nachricht über eine freie Wohnung erhalten haben.

Essen Krupp-Siedlung MargarethenhöheWenn man durch die kleinen Straßen der Siedlung schlendert, kann man nachvollziehen, warum so viele Menschen hier leben möchten. Ein Hauch von Kleinstadt und Gemütlichkeit weht durch den pittoresken Stadtteil der Großstadt Essen. Von putzig über urig bis hin zu großbürgerlich sind alle Facetten der Architektur deutscher Dörfer und Städtchen vorhanden. Stilistisch bildet die Gartenstadt eine Einheit, obwohl die Häuser sich durchaus voneinander unterscheiden – und das nicht nur durch das Vorhanden- oder Nichtvorhandensein von Vorgärten. Aber ein Element findet sich an fast allen Gebäuden wieder: Weinlaub. Und genau das ist der Grund dafür, dass die Margarethenhöhe im beginnenden Herbst einen Besuch wert ist. Die kleine Siedlung wirkt an sonnigen Tagen wie in ein Meer aus Farben und Licht getaucht und als Besucher ist man bereits nach kurzer Zeit geradezu berauscht von dieser bunten Ruhrgebiets-Idylle.

Neben einem Spaziergang in den etwa 50 Hektar Wald rund um die Siedlung, bietet sich auch ein Besuch der lokalen Eisdiele an. Wer lieber mit einem Teilchen auf der Hand die Gartenstadt erkunden möchte, kann das beim örtlichen Bäcker kaufen. Sehr nett sitzen kann man auch direkt am Marktplatz im „Gasthaus zur Margarethenhöhe“. Von hier aus kann man mittwochs und samstags ganz entspannt zwischen 8 und 13 Uhr dem Markttreiben zuschauen. Sonntags ab 11 Uhr bietet das Restaurant Brunch an.

Essen Krupp-Siedlung MargarethenhöheAußerdem gibt es auf der „schäl Sick“ der Siedlung, der Margartenhöhe II, die zum  Teil mit unschönen Gebäuden bebaut wurde und wohl auch als sozialer Brennpunkt gilt oder zumindest galt, eine kleine Gaststätte. „Zur Altenau“ bietet vorwiegend rustikale, bodenständige Küche zu fairen Preisen an. So heißt dann auch das Zwiebelschnitzel „Pupmann“ – hier weiß man eben, wie man dem Gast Appetit macht und außerdem ein lautes Lachen entlockt. (Update 2016: Inzwischen heißt das Restaurant „Athos“ und bietet griechische Küche an)
Wer es etwas gediegener und idyllischer mag, speist am besten  im Restaurant Hülsmannshof. Aber Vorsicht: Das Restaurant ist auch bei Reisegruppen sehr beliebt und kann daher recht gut besucht sein. Wen das nicht schreckt, der kann seinen Nachmittagskaffee dort einnehmen oder ab 11 Uhr brunchen.

Die Geschichte der Gartenstadt wird im Rahmen einer Führung vermittelt,  bei der man eine Musterwohnung und das Kleine Atelierhaus besuchen kann. Neben dem Ruhrmuseum bieten zum Beispiel auch FAR:ArchitekturführungenDie Bürgerschaft Margarethenhöhe, simply out toursechtnahdran, Tour de Ruhr und Tour Service Ruhr Führungen an.

Kleiner Markt
45149 Essen
 
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