Containern, plastikfasten und Co.

ContainerBeim veganen Supper Club am vergangenen Samstag kam das Gespräch mit den Gästen in meiner Ecke des Tisches schnell auf Themen wie containern, plastikfasten, Giveboxen und Umsonstläden. Vermutlich nicht besonders ungewöhnlich, aber trotzdem alles nicht unbedingt Themen, über die ich mich täglich ausführlich unterhalte. Das eigentlich Ungewöhnliche war aus meiner Sicht vor allem, dass ICH zu allem Tipps geben konnte. Auch zum Containern. Dabei containere ich gar nicht. Kannste dir nicht ausdenken.

Giveboxen und Bücherschränke
Aber durch diesen wunderbaren Abend und die interessante Gespräche kam ich auf die Idee, hierzu einen Blogeintrag querbeet zu allen vier Themen zu schreiben. Besonders interessant ist nämlich – um direkt einzusteigen – dass Düsseldorf die größte Anzahl Giveboxen in Deutschland hat, da kann sogar Berlin nicht mithalten. Da staunter, wa? Aktuell sollten es etwa zehn sein, von denen die meisten sogar eine eigene Facebook-Seite haben. Darüber hinaus gibt es in der Landeshauptstadt diverse Bücherschränke und Gastronomien, in denen Bücher in die Freiheit entlassen werden können. Mich hat das sehr überrascht und gleichzeitig auch gefreut, hat doch Düsseldorf sonst eher den Ruf einer kühlen, arroganten, nur auf Äußerlichkeiten fixierten Stadt.

Für alle, die weder Giveboxen noch Bücherschränke kennen: In Giveboxen kann man gut erhaltene Kleidung, Spiele, Bücher und sonstige Gegenstände legen, die man nicht mehr benötigt, die aber noch so gut erhalten sind, dass sich noch jemand darüber freut. Und falls jemand an einer Givebox vorbei kommt und etwas findet, über das er sich freut, kann er es mitnehmen. Einfach so. Umsonst. Gleiches gilt im Grunde für Bücherschränke, nur dass dort ausschließlich Bücher auf neue Besitzer warten. Ansatzweise vollständige Übersichten von Giveboxen habe ich bisher nur bei Facebook und in einer Foursquare-Liste gefunden, für Bücherschränke gibt allerdings es sogar eine Wikipedia-Liste. Die Seite Sein.de stellt das Konzept noch einmal detailliert vor und gibt Tipps zum Start einer Givebox.

Umsonstläden
Von Giveboxen ist der Weg zu Umsonstläden nicht weit. Auch sie sollen eine Art Gegenmodell zur kapitalistischen Überflussgesellschaft sein bzw. deren Verschwendungs- und Wegwerfmentalität entgegenwirken. In Düsseldorf-Oberbilk hat vor wenigen Wochen der Umsonstladen eröffnet. Das Konzept ist an sich das gleiche wie das der Giveboxen. Der Unterschied liegt vor allem darin, dass die Produkte nicht in einer jederzeit zugänglichen, relativ kleinen Givebox, sondern in einem Ladenlokal mit mehr oder minder festen Öffnungszeiten abgegeben und mitgenommen werden können. Auch zu Umsonstläden in Deutschland gibt es im Netz natürlich die eine oder andere Liste.

Containern
Nun ist wiederum die Überleitung zum Containern recht einfach. Hier wird noch radikaler die Dekandenz der Wegwerfgesellschaft kritisiert, die nicht nur im Überfluss konsumiert, sondern auch alles, was nicht den Normen entspricht, zu viel oder zu alt ist, einfach entsorgt. Containern bzw. dumstern bewegt sich im Gegensatz zu Giveboxen, Bücherschränken und Umsonstläden im Bereich des Illegalen. Es verhält sich dabei aber nicht so wie beim Sperrmüll, wo es als Diebstahl gilt, wenn man zur Abholung an die Straße gestellten Müll ohne Genehmigung des (Noch-)Eigentümers mitnimmt. Sofern nämlich erkennbar ist, dass der Besitzer kein Interesse mehr an den Lebensmitteln hat, gilt containern nicht als Straftat, der Grundstückseigner kann lediglich Strafantrag wegen Hausfriedensbruch stellen, sofern sich der Container auf seinem Grundstück befindet. Da ich kein Jurist bin, empfehle ich Euch aber, hier unbedingt vorher noch einmal genauer zu recherchieren.

In Deutschland gibt es eine recht aktive Dumpster-Szene, die zum Bespiel auf Facebookcontainern.de und anderen dumpstern.de gut vernetzt ist. Für den Düsseldorfer Süden gibt es eine ganz wunderbar geschriebene Foursquare-Liste von Orten, an denen man containern kann. Solltet Ihr zu Hause einmal Lebensmittel übrig haben, könnt Ihr sie bei Foodsharing einstellen und von Interessenten abholen lassen.

Plastikfasten
PlastikkatzeAnders als die oben genannten Themen beschäftigt sich Plastikfasten nicht mit der Nutzung von „Wegwerfprodukten“, sondern eher mit deren Einschränkung. Nämlich der Einschränkung von Plastik. Das kann in der ausgeprägtesten Form der konsequente Verzicht auf Plastikprodukte jeglicher Art, in abgeschwächter Form zum Beispiel die Weigerung, Produkte in Plastikverpackungen zu kaufen, sein. Ich halte beides für recht schwierig, sind doch Computer, Zahnbürsten, Frischhaltedosen und vieles mehr aus Plastik und selten einfach (und kostengünstig) zu ersetzen. Grundsätzlich finde ich es aber vor allem gut, bewusst die Plastikverpackungsflut zu reduzieren, mit der wir täglich zu kämpfen haben. Eine Besucherin des Supper Clubs und eine meiner Freundinnen haben das Experiment des Plastikfastens über einen längeren Zeitraum in Angriff genommen und darüber in ihren Blogs berichtet (inglouriousplastics auf Englisch und Antiplast). Es gibt aber noch andere Seiten wie Plastikfasten oder Leben ohne Plastik.

Ich hoffe, es ist etwas Interessantes für Euch dabei gewesen. Solltet Ihr weitere Seiten zum Thema Plastikfasten oder einem der oben genannten Themen kennen, freue ich mich, wenn Ihr sie in den Kommentaren postet.

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12 Gedanken zu “Containern, plastikfasten und Co.

  1. Heike Matthiesen schreibt:

    Der Antiplast-Link landet auf einem Posterous-Blog!
    Aber ansonsten ein schöner Artikel, ich versuche auch, Plastik zu vermeiden, wo es möglich ist.. Giveboxen in Frankfurt habe ich jetzt noch nicht wahrgenommen, Bücherschränke habe ich schon gesehen. (Ich bringe meine Bücher eigentlich immer zu Oxfam)

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    • Futterqueen schreibt:

      Dankeschön! Den Link habe ich vorerst abgeändert bis ich den neuen Link bekommen habe.
      Wenn ich nichts übersehen habe, gibt es in Frankfurt wohl auch keine Giveboxen (oder sie heißen dort anders), was aber sicherlich eine gute Motivation sein kann, um damit zu beginnen 😉

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  2. watson schreibt:

    Interessant, vielleicht ist Plastikfasten was für mich die nächste Fastenzeit, dann schaue ich mir das mal genau an. Schöner Eintrag, habe viel gelernt – danke und mehr davon 🙂 !

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  3. silentdan schreibt:

    schöner artikel! danke!

    am meisten nervt mich im moment das „elektrische zahnbürsten dilema.ja, ja ich weiss luxusbedenken, aber ich liebe meine elektrische Zahnbürste, nur hat diese schon negative Qualitäten a la Nespresso-Kaspeln oder Drucker.

    Die Aufsätze sind teuer, alles aus Plastik, die Dinger landen spätestens nach 3 Jahren im Müll, weil Akku nicht wechselbar und und und.

    Toll wäre ein „FairBrush“, aus hochwertigem Metall, mit Batterienfach für Akkus zum Wechseln und Aufladen und kleine Wechselköpfe aus recyceltem Plastik oder sowas …

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    • LinaLuna schreibt:

      Finde och auch, super Blogeintrag! 🙂
      Das Problem mit der Zahnbürste hab ich auch. Ultraschall und so. Ich liebe sie einfach…
      Versuche sonst aber, so gut es geht, Plastik im Haushalt zu vermeiden oder zumindest zu reduzieren…
      Die Foursquare Liste ist toll, aber hat mit Düsseldorfer Süden doch gar nix zu tun? Schade, hatte mich schon auf ein paar Container-Tipps für Benrath gefreut. 😉

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