Viele Wege führen nach Rom

Rom PanoramaJeder hat sie. Da bin ich ganz sicher.
Diese Liste. Entweder im Kopf oder sogar schriftlich. Diese Liste mit Ländern, Regionen und Städten, die man noch besuchen und erkunden möchte.
Meine Liste ist sehr, sehr lang. Ausreichend für mindestens zwei Leben, vielleicht auch drei. Aber ich führe sie mit dem Vorsatz, in einem Leben davon so viele Orte wie möglich zu sehen – wenn es passt, einige sogar mehr als einmal.

Rom gehörte bisher zu den Orten, die ich in einigen Jahrzehnten besuchen wollte, wenn ich älter bin und keine Fernreisen oder andere anstrengendere Reisen mehr machen kann oder möchte.
Eigentlich wollte ich in diesem Jahr zwei Wochen durch England reisen, gute Restaurants entdecken, Destillerien und Brauereien besichtigen. Aber trotz bereits fortgeschrittener Planungen habe ich weniger als vier Wochen vor der Abreise beschlossen, dass die Reise in diesem Jahr nicht das Richtige für mich ist. Zwei Wochen alleine durch England, alle zwei bis drei Tage den Ort wechseln, vorab alles planen – und das bei vermutlich rund 10 Grad im Dauerregen – erschienen mir nicht besonders verlockend. Also stöberte ich Ende Mai im Internet und suchte nach Alternativen, die mir größere Planungen ersparten und relativ sicher ansatzweise gutes Wetter garantierten.

Rom ColosseumNach einigem Hin und Her fand ich beim Kölner Reiseanbieter SKR eine einwöchige Rom-Reise, die ziemlich genau meinen Vorstellungen von interessantem Programm, maximalem Preis und passendem Termin entsprach. Denn eines war klar: Ich wollte einmal das Touri-Basis-Programm mitgemacht haben, um dann bei einer Rückkehr in die Stadt – sofern sie mir gefallen sollte – andere Seiten Roms auf eigene Faust entdecken zu können. Ausschlaggebend war auch, dass ich keinen Einzelzimmerzuschlag zahlen musste und sowohl Flug als auch Transfer zum Hotel zusätzlich über den Anbieter buchen konnte.

Lange Rede, kurzer Sinn: Mitte Juni saß ich am frühen, kalten Morgen im Flugzeug von Düsseldorf nach Rom. Kaum zwei Stunden später landete ich im heißen Rom, fand nach einiger Suche meinen Taxifahrer (verabredet Euch bloß nie-, nie-, niemals an dem Meeting-Point an der Holzsäule in der Eingangshalle, wenn Ihr Pech habt warten dort nämlich mindestens dreißig Chauffeure auf ihre Passagiere) und ließ mich zu meinem Hotel fahren. Die Fahrt dorthin dauerte eine knappe Stunde, was auch dem gerade stattfindenden Harley Davidson-Jubiläumstreffen und dem damit verbundenen Verkehrschaos geschuldet war. Trotzdem sollte man auch sonst für den Weg vom oder zum Flughafen immer 40 Minuten bis eine Stunde sowie einen Preis von etwa 40 bis 45 Euro einplanen.*

Rom Hotel Kloster Suore di Santa Brigida

Bereits vom Taxi aus konnte ich erkennen, dass Rom eine wunderschöne Stadt ist und gute Chancen hatte, wieder von mir besucht zu werden. Und tatsächlich: Ich habe in acht Tagen keinen Stadtteil gesehen, den ich hässlich fand – und ich habe unglaublich viel von Rom gesehen. Auch das Quartier Trieste, eine alten Villengegend, in dem sich meine Unterkunft, das Klosterhotel Suore di Santa Brigida befand, und das etwas außerhalb des Zentrums liegt, ist unglaublich schön und ist ein ganz heißer Tipp für Architekturliebhaber.

Nachdem mich die Schwestern freundlich in Empfang genommen hatten, ging ich auf mein Zimmer, räumte meine Kleidung in den Schrank und schlief erst einmal ein paar Stunden. Beim nächsten Rom-Besuch fliege ich mit Sicherheit nicht wieder um 7 Uhr.
Am Nachmittag stand als erster Punkt das Treffen der Gruppe mit unserer Reiseleiterin auf dem Programm. Also raffte ich mich auf und traf bereits einige andere Teilnehmer im sonnigen Hof. Schnell stellte sich heraus, dass wir eine erfreulich kleine und darüber hinaus auch noch sehr sympathische, extrem gemischte Gruppe aus allen Teilen Deutschlands im Alter zwischen Ende Dreißig und Mitte Siebzig bilden würden. Neun Personen: drei Pärchen, zwei allein reisende Frauen und eine Frau, die ihre Schwiegereltern begleitete. Die maximale Teilnehmerzahl hätte allerdings auch 20 Personen betragen können – was nach meiner Erfahrung viel zu viel ist. Normalerweise sind 10 bis 15 Personen das Maximum an Menschen, das eine solche Reise erträglich macht und einen Lagerkoller einige Zeit hinauszögert.

Rom Stadtführungen Edith SchafferUnsere Reiseleiterin Edith informierte uns über den Ablauf des Abends sowie die Planungen für die kommenden Tage. Im Laufe der Woche stellte sich heraus, dass wir mit ihr einen absoluten Glückstreffer gelandet hatten: Als Kunsthistorikerin kann sie zu nahezu allen Sehenswürdigkeiten Roms interessante Informationen liefern, als Einwohnerin Roms seit über 15 Jahren spricht sie fließend Italienisch und kennt viele Winkel der Stadt. Außerdem ist sie ein ganz wunderbar entspannter, humorvoller und toller Mensch. Eine Reise mit ihr kann also nur fantastisch werden. Dafür sprach auch, dass über die Hälfte der Gruppe auf Empfehlung genau dieses Programm mit Edith gebucht hatten. Da sie freiberuflich tätig ist, kann ich Reisenden, die Gruppenreisen gegenüber eher abgeneigt sind, nur empfehlen, bei ihr einen Termin für eine Führung anzufragen.

Rom TravestereIn der kommenden Woche erkundeten wir mit Edith gefühlt mindestens halb Rom. Obwohl ich tatsächlich aus privaten Gründen darüber nachgedacht habe, die Reise zu stornieren – was ich auch deshalb nicht gemacht habe, weil ich Trottel zum wohl ersten Mal in meinem Leben keine Reiserücktrittsversicherung abgeschlossen habe – habe ich mir im Nachhinein gratuliert, die Versicherung vergessen und die Reise angetreten zu haben. Das lag nicht zuletzt an der tollen Gruppe, der netten Reiseleitung und der wunderbaren Stadt. Wir hatten das Glück, bei herrlichem, eigentlich schon zu heißem, Sommerwetter die wichtigsten Sehenswürdigkeiten nähergebracht zu bekommen, in einer schönen, ruhigen Unterkunft mit warmherzigen Gastgeberinnen abzusteigen und so Italiens Hauptstadt mit allen ihren Besonderheiten ganz schnell und unkompliziert ins Herz schließen zu können.

Das soll erst einmal eine kleine Einleitung und eine generelle Empfehlung der Reise sein. Detailliertere Artikel folgen in den kommenden Wochen. Hier bereits eine Vorschau auf einige der geplanten Themen:

Genusstipp Gelato: Die süßen Seiten Roms
In cerveza veritas: Bier in Rom
Meine schönste Urlaubserinnerung
Die Hölle auf Erden – willkommen im Vatikan

* Bei Fahrt mit den öffentlichen Verkehrsmitteln vom Flughafen Leonardo da Vinci / Fiumicino in die Innenstadt von Rom empfiehlt sich sonst der Flughafen-Zug (Beschilderung FS folgen), vom Flughafen Ciampino mit Shuttle-Bussen oder Bus / U-Bahn jeweils bis Bahnhof Termini.
Ist das Ziel das etwa 10 bis 15 Minuten entfernte Kloster, sollte man von dort ein offizielles Taxi nehmen – Aufschrift „Comune di Roma“. Die Kosten betragen laut SKR etwa 15 €, außerdem empfiehlt der Reiseveranstalter, darauf zu achten, dass das Taxameter angeschaltet ist und zu Beginn der Fahrt nur die Grundgebühr von etwa 2,50 € anzeigt. Falls es Probleme gibt, sollte man die Lizenznummer des Fahrers bzw. Taxis notieren, die meist innen auf den hinteren Türen steht.
Ebenso empfiehlt sich bei direkter Taxifahrt vom Flughafen zum Hotel die Aushandlung eines Festpreises. Laut SKR liegt der reguläre Preis etwa bei 50 €. Ich habe wie oben bereits geschrieben mitbekommen, dass er bei meinen Mitreisenden zwischen 38 und 45 Euro lag.
Fährt man mit dem Bus zum Hotel des Brigida-Ordens, nimmt man vom Termini den Bus Nummer 38, der dort startet, und fährt bis zur Haltestelle Corso Trieste / Trasimeno. Es handelt sich um die zweite Haltestelle, nachdem ein Grasmittelstreifen auftaucht. Die Fahrt kostet etwa 1,50 €, Tickets kann man im Bahnhofsgebäude am Kiosk kaufen und muss sie im Bus entwerten.
Außerdem kann man ein Wochenticket für etwa 24 € oder ein 3-Tages-Ticket für etwa 16,50 € (es gibt auch die Möglichkeit, den Roma-Pass für 30 € zu kaufen, in dem das 3-Tage-Ticket bereits enthalten ist) kaufen.
 
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