Bochum, ich komm‘ aus dir

Bilder Kamera 049Es ist leider kein Geheimnis, dass der VfL Bochum in der Bundesliga weniger für seine schönen Spiele und vor allem nicht für seinen sportlichen Erfolg bekannt ist. Aber eines hat er allen großen und erfolgreichen Vereinen voraus: sein Stadion.

Bitte, was? wird sich jetzt vielleicht der eine oder andere von Euch fragen. Natürlich, das in Bochum immer noch Ruhrstadion oder liebevoll Schmuckkästchen genannte rewirpowerSTADION – manchmal möchte ich meine Marketing-Kollegen auf ewig verfluchen – mag bezüglich Größe und Modernität nicht mit den Arenen dieser Republik mithalten können. Dafür besticht es durch eine besondere Atmosphäre, die ich noch in keinem anderen Stadion erlebt habe. Ein wenig erinnert sie mich an die Atmosphäre im legendären Bökelberg Stadion – auch wenn das zugegebenermaßen im Größenvergleich zu seinem Bochumer Kollegen eher in die Kreisliga zu gehören schien.

Ich erinnere mich noch an meinen ersten Besuch im Schmuckkästchen: Ich saß auf der Tribüne und fror erbärmlich. Den Fans in der Ostkurve schien die Kälte nichts auszumachen, schon auf dem Weg zum Stadion hatte ich sie feiern und Fangesänge anstimmen gehört. Diese Gesänge waren nun aufgrund der gebündelten Fanpräsenz auf ein Vielfaches angeschwollen. Das war der Moment, als sich in meinem Magen zum ersten Mal etwas bemerkbar machte – und das lag weder an der Currywurst noch am Fiege Bier.

Als dann – wie vor jedem Spiel – „Bochum“ von Herbert Grönemeyer erklang, war es endgültig um mich geschehen. Im Herzen definitiv noch keine Bochumerin, bekam ich Herzklopfen, Gänsehaut und war gefangen von der einmaligen Atomsphäre in diesem wunderbaren und einmaligen Stadion. Wer in diesem Moment nicht von der Stimmung gefangen genommen wird, ist weder Fußballfan noch ist er irgendwelcher Emotionen fähig.

Sportlich ist es seitdem mit dem Verein leider eher bergab gegangen, das Stadion hat vermutlich seit längerem nicht mehr die knapp 29.000 Besucher gesehen, für das es ausgelegt ist und die Fans mögen nicht mehr die Euphorie versprühen wie noch vor einigen Jahren. Aber dennoch ist der Besuch eines VfL-Spiels etwas besonderes und Vergleichbares in Deutschland kaum zu finden. In welchem Stadion der Bundesliga sitzt oder steht man schon maximal 30 Meter vom Spielfeldrand entfernt, kann hervorragendes lokales Bier und leckere Currywurst genießen? Diese einmalige Authentizität macht aus dem Ruhrstadion das, was es ist: ein Bochumer Schmuckkästchen.

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Die Bilder stammen aus dem 2. Liga-Spiel des VfL Bochum gegen den FC Augsburg am 12. September 2010 – das Augsburg 2:0 gewann.

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